In Aserbaidschan werden Änderungen im Rentensystem vorbereitet. Dies geht aus dem vom Finanzministerium erstellten Dokument „Mittelfristiger Ausgabenrahmen 2026–2029“ hervor.
Darin heißt es, dass die alternde Bevölkerung und der Rückgang der erwerbsfähigen Bürger in Zukunft eine zusätzliche Belastung für den Staatlichen Sozialschutzfonds darstellen könnten.
Welche Reformen sind geplant? Wird das Rentenalter erhöht?
Der Parlamentsabgeordnete Vugar Bayramov erklärte gegenüber Xəzər Xəbər:
„Es werden neue Entscheidungen in diesem Bereich erwartet, die jedoch langfristig angelegt sind. In den kommenden Jahren werden Beschlüsse insbesondere unter Berücksichtigung der Altersstruktur der Bevölkerung und des Umfangs der Versicherungsbeiträge gefasst.
Derzeit liegt der Fokus auf der Einrichtung privater Rentenfonds und der Verbesserung des Rentenversicherungssystems. Bereits im nächsten Jahr sollen in dieser Richtung konkrete Schritte unternommen werden.
Allerdings wurden bisher keine Vorschläge oder Projekte zur Änderung des Rentenalters diskutiert.“
Der Wirtschaftsexperte Elshad Mamedov sieht eine Erhöhung der Versicherungsbeiträge als einen der wirksamsten Mechanismen, warnt jedoch vor neuen Herausforderungen für das System.
Laut Experten zählt die aktive Investitionstätigkeit des Staatlichen Sozialschutzfonds zu den wichtigsten Instrumenten zur Stärkung des Systems.
Prognosen zufolge könnte der Anteil der über 65-Jährigen von 9,1 % im Jahr 2024 auf 18,1 % im Jahr 2050 steigen.
Der Ökonom Akram Gasanov betonte, dass der Anstieg der Zahl der Rentner erheblichen Druck auf das System ausüben werde:
„Die Zahl der Erwerbstätigen, die Beiträge zahlen, wird sinken. Das könnte zu einer Erhöhung der Sozialabgaben führen. Theoretisch ließe sich das Rentenniveau senken, aber das halte ich für unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist eine Erhöhung der Sozialbeiträge.“
Im vergangenen Jahr betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in Aserbaidschan 74,6 Jahre; laut UN-Prognosen könnte sie bis 2050 auf 78,6 Jahre steigen. Experten betonen, dass angesichts des demografischen Wandels und der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt die Anpassung des Rentensystems an moderne Anforderungen ein zentrales Ziel der staatlichen Sozialpolitik bleibt.
