Im Finanzsektor Aserbaidschans stehen Veränderungen bevor. Nach Angaben der Ratingagentur Moody’s werden ab 2026 in der nationalen Bankenlandschaft sogenannte „islamische Fenster“ eingeführt – ein innovatives Instrument, das auf den Prinzipien des islamischen Bankwesens basiert.
Dieses moderne Modell ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, Finanzprodukte ohne klassische Zinsen zu nutzen, basierend auf einem gerechten Gewinn- und Risikoteilungsmechanismus zwischen Bank und Kunde. Ziel der Neuerung ist es, die Einnahmequellen der Banken zu diversifizieren und Finanzdienstleistungen breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.
Was verspricht das neue System?
Der Ökonom Akram Hasanov hebt den grundlegenden Unterschied zwischen islamischem und traditionellem Bankwesen hervor:
„Bei einem islamischen Kredit werden keine Zinsen erhoben. Die Bank wird Partner des Projekts des Kreditnehmers oder Unternehmens. Wenn am Ende Gewinn entsteht, erhält die Bank einen Anteil daran. Gibt es keinen Gewinn, verdient niemand etwas. In herkömmlichen Banken ist das anders – unabhängig vom Ergebnis müssen monatlich Zinsen gezahlt werden“, erklärte er.
Wer kann das islamische Bankwesen nutzen?
Laut Hasanov ist vollständige Transparenz des Geschäfts die entscheidende Voraussetzung für potenzielle Nutzer des Systems.
„Ein solcher Kredit kann nicht an ein undurchsichtiges Unternehmen vergeben werden. Am Ende könnte der Kreditnehmer sagen: ‘Ich habe keinen Gewinn erzielt.’ In diesem Fall erhält die Bank keine Zahlung. Daher ist es für die Nutzung des islamischen Bankwesens unerlässlich, transparent zu arbeiten – es gibt keine Alternative“, betonte der Experte.
