Ab dem 11. August beginnt in Aserbaidschan die Bewerbungsphase für die Wahl der Studienfächer. Bildungsexperten betonen, dass die Zahl der pädagogischen, also lehramtsbezogenen Studiengänge in diesem Jahr deutlich gesenkt wurde.
An einigen Universitäten wurden bestimmte Lehramtsrichtungen komplett abgeschafft.
Bildungsminister Emin Amrullayev hatte bereits erklärt, dass pädagogische Fachrichtungen an Berufsschulen schrittweise geschlossen werden.
Seit einigen Jahren erfolgt die Einstellung von Lehrkräften über ein Auswahlverfahren, und für Lehrer in ländlichen Regionen gibt es Anreize. Trotzdem bleibt der Lehrermangel bestehen.
Warum werden die Studienplätze reduziert?
Laut Bildungsexperte Elchin Efendiyev verfügt Aserbaidschan bereits über genügend Lehrerressourcen:
„In diesem Jahr wurden an vielen Einrichtungen die Kontingente für Lehramtsstudiengänge etwas reduziert. Jährlich gibt es 8.000–11.000 freie Stellen, aber 60.000–65.000 Bewerber.
Da jährlich etwa 5.000–6.000 neue Lehrer abschließen, könnte die Zahl der Bewerber für offene Stellen bald über 100.000 liegen.
Die Reduzierung der Plätze war daher notwendig. Zudem sinkt durch die Optimierung und Rationalisierung des Bildungssystems auch die Gesamtzahl der Lehrerstellen. Früher gab es rund 4.440 Schulen im Land, jetzt etwa 4.000. Setzt sich dieser Trend fort, wird der Bedarf an Lehrkräften weiter sinken.“
Efendiyev betonte, dass der Mangel an Lehrern in abgelegenen Dörfern vor allem soziale und materielle Ursachen hat:
„Das Problem in den ländlichen Regionen existiert, liegt aber nicht am Personalmangel. Um es zu lösen, braucht es spezielle Programme und Anreize, die Lehrer gezielt in diese Gegenden bringen.“
