Die Präsidenten von Aserbaidschan und Kasachstan betonten in gemeinsamen Erklärungen in Astana ihre „brüderliche Allianz“ und die Ausweitung der strategischen Zusammenarbeit, nachdem Präsident Ilham Alijew einen Staatsbesuch absolviert und 14 bilaterale Abkommen in den Bereichen Energie, Logistik, Digitalisierung und Kultur unterzeichnet hatte.
Tokajew: Partnerschaft tritt in eine neue Phase ein
Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew bezeichnete Alijew als einen „Staatsmann von historischem Format“ und lobte die rasante Entwicklung Aserbaidschans unter seiner Führung:
„Aserbaidschan hat bemerkenswerte Fortschritte in den Wirtschafts- und Sozialreformen erzielt und seine Position auf der globalen Bühne gestärkt.“
Tokajew erklärte, dass der bilaterale Handel in den letzten drei Jahren um das 2,5-Fache gewachsen sei und 547 Millionen US-Dollar erreicht habe, und setzte sich das Ziel, diese Zahl in naher Zukunft auf 1 Milliarde US-Dollar zu verdoppeln.
Er hob außerdem die gemeinsamen Bemühungen zur Erweiterung der Transkaspischen Internationalen Transportroute (Mittlerer Korridor) hervor, die eine jährliche Kapazität von 10 Millionen Tonnen erreichen soll, sowie die Planung neuer Hafenanlagen in Aktau und Alat und eines neuen transkaspischen Fährsystems.
Im Energiebereich bestätigte Tokajew das anhaltende Wachstum der kasachischen Ölexporte über die Pipeline Baku–Tiflis–Ceyhan, die im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Tonnen überschritten, und bekundete Interesse an einer verstärkten Zusammenarbeit im Bereich grüner Energie und digitaler Technologien, einschließlich KI-gestützter Verwaltungsdienste.
Alijew: „Frieden ist nun Realität im Südkaukasus“
Präsident Ilham Alijew dankte seinem kasachischen Amtskollegen für dessen Gastfreundschaft und konstante Unterstützung der Souveränität Aserbaidschans sowie für den Beitrag Kasachstans zum Wiederaufbau Karabachs, insbesondere bei der Einrichtung des Kurmanghasy-Kreativitätszentrums für Kinder in Füsuli.
Alijew bestätigte zudem, dass Aserbaidschan alle Transitbeschränkungen für Armenien aufgehoben habe und der erste Transport kasachischen Getreides durch sein Territorium erfolgt sei – ein Schritt, den er als „Zeichen dafür, dass Frieden nicht nur auf dem Papier, sondern in der Praxis besteht“ bezeichnete.
Bezüglich der regionalen Konnektivität kündigte Alijew an, dass der Bau des Zangezur-Korridors auf aserbaidschanischem Gebiet bis Mitte 2026 abgeschlossen und der Korridor bis Ende 2028 eröffnet werden soll.
Er verwies auch auf die neue Initiative TRIPP (Trump Route for International Peace and Prosperity), die auf dem Friedensgipfel im August in Washington vereinbart wurde:
„Präsident Trump hat diesem Projekt seinen Namen gegeben; es wird eine neue Verbindung des Mittleren Korridors über Zangezur mit einer Kapazität von 15 Millionen Tonnen eröffnen.“
Gemeinsame Vision für Eurasien
Beide Präsidenten bekräftigten ihre Übereinstimmung in regionalen und internationalen Fragen und sagten zu, die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation Turkischer Staaten, der Vereinten Nationen und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit zu vertiefen.
Alijew lud Tokajew ein, an den Gipfeltreffen der OIC und der CICA im Jahr 2026 in Baku teilzunehmen.
Der Besuch markierte das 20-jährige Jubiläum des Vertrags über strategische Partnerschaft und Bündnisbeziehungen zwischen beiden Staaten. Beide Präsidenten erklärten, dass das nächste Jahrzehnt der Beziehungen durch „tiefe industrielle Kooperation, gemeinsame digitale Transformation und gestärkte eurasische Konnektivität“ geprägt sein werde.
