Vor dem Gericht für schwere Verbrechen in Baku hat der Prozess gegen Ramil Mammadov begonnen. Ihm wird vorgeworfen, seine Ehefrau mit einem Baseballschläger getötet zu haben, während sie das islamische Gebet (Namaz) verrichtete. Vorsitzende Richterin Leyla Askerova-Mammadova ließ am Montag die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft verlesen. Mammadov räumte eine teilweise Schuld ein.
Details der Tat
Laut Fallakten ereignete sich die Tat am 8. Februar in der Siedlung Bina bei Baku. Die 47-jährige Lamiya Mammadova wurde während des Gebets mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen und starb noch am Tatort. Der Angeklagte floh anschließend ins Ausland. Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Khazar erhob Anklage wegen vorsätzlichen Mordes nach Artikel 120.1 des aserbaidschanischen Strafgesetzbuches und setzte ihn auf die internationale Fahndungsliste.
Auslieferung aus Georgien
Mammadov wurde später in Georgien festgenommen. Auf Ersuchen der Generalstaatsanwaltschaft Aserbaidschans genehmigten die georgischen Behörden seine Auslieferung auf Grundlage des GUS-Abkommens von 1993 über Rechtshilfe in Zivil-, Familien- und Strafsachen. Im März dieses Jahres wurde er von einer Spezialeinheit des Strafvollzugsdienstes nach Baku überstellt.
Gesellschaftliche Reaktionen
Der Mord, begangen während einer religiösen Handlung, hat die aserbaidschanische Gesellschaft erschüttert und die Debatte über häusliche Gewalt und die Sicherheit von Frauen neu entfacht. Menschenrechtsorganisationen betonen den dringenden Bedarf an wirksameren Präventionsmaßnahmen, besserer Unterstützung für gefährdete Frauen sowie verstärkter grenzüberschreitender Zusammenarbeit bei der Verfolgung gewalttätiger Straftaten.
Der Prozess dauert an.
