Der aserbaidschanische Staatsbürger Nihad Hajiev wurde auf Beschluss des Bezirksgerichts Sabail in Baku im Rahmen einer umfangreichen Cyberkriminalitäts-Ermittlung des Staatssicherheitsdienstes (SSS) festgenommen.
Laut den Behörden war Hajiev eine Schlüsselfigur einer kriminellen Gruppe, die Darknet-Plattformen betrieb, illegal persönliche Daten verkaufte und gezielt Angriffe auf aserbaidschanische Nachrichtenportale, darunter Xeberoxu.az, verübte. Die Gruppe soll die Kontrolle über diese Plattformen übernommen, Nachrichteninhalte manipuliert und Schadsoftware über gefälschte Apps wie Çarxla Qazan.apk und Paypal.apk verbreitet haben.
Der SSS berichtet, dass Hajiev und seine Komplizen Phishing-Methoden nutzten und gefälschte Webseiten im Stil renommierter aserbaidschanischer Unternehmen wie İrşad Electronics, Baku Electronics und Xalq Bank erstellten. Diese Seiten wurden über soziale Medien mit fingierten Rabattaktionen beworben, um Opfer anzulocken.
Die Ermittlungen ergaben zudem, dass die Gruppe Anruf-Spoofing-Technologie einsetzte, um Nummern echter Personen und Unternehmen zu imitieren. Opfer erhielten betrügerische SMS-Nachrichten, die vermeintlich von vertrauenswürdigen Quellen stammten und zur Herausgabe sensibler Daten verleiten sollten. Teilweise wurden diese gefälschten Identitäten auch genutzt, um Cyberangriffe als Dienstleistung online anzubieten und zu verkaufen.
Hajiev wurde zunächst für drei Monate in Untersuchungshaft genommen, während die Ermittlungen andauern.
Der Fall unterstreicht die wachsenden Sorgen über Cyberbedrohungen in Aserbaidschan, da die Behörden zunehmend mit raffinierten digitalen Betrugsmaschen konfrontiert werden, die sowohl Einzelpersonen als auch nationale Institutionen ins Visier nehmen.
