Ein aserbaidschanischer Fernfahrer, der die Strecke Nachitschewan–Baku über Iran befährt, berichtete Minval Politika, iranische Zollbeamte quälten aserbaidschanische Lkw-Fahrer und ließen sie tageelang bei Hitze auf einem Wüstenstück ohne Essen und Wasser warten. Der Fahrer nennt sich Amil Gasimov (Name geändert).
Er sagt, die Schikanen hätten nach dem in Washington unterzeichneten Abkommen zwischen Aserbaidschan, Armenien und den USA zur Eröffnung der sogenannten „Trump-Route“ (TRIPP) begonnen. Seitdem würden iranische Zöllner die aserbaidschanischen Fahrer provozieren, ihnen Dokumente abnehmen und nach Streit suchen.
Beim Durchfahren Irans verbieten die örtlichen Behörden den Fahrern, in die Stadt Biläsuvar zu fahren oder sich dem Zoll zu nähern; stattdessen müssten sie an der Stelle nahe dem Dorf Ruh kəndi parken, 20 km von der Grenze. Alle aserbaidschanischen Lastwagen würden in einem Park zusammengezogen und müssten auf ihre Reihe warten, während iranische, russische und georgische Fahrer problemlos passieren. Dadurch stauten sich täglich etwa 150–200 Lkw mit aserbaidschanischen Kennzeichen in Iran.
„Wenn man uns täglich normal durchlassen würde, würde dort kein einziger aserbaidschanischer Lkw stehen bleiben. An dieser Stelle lassen sie iranische Lkw 20 Stunden lang passieren und uns nur 4 Stunden“, sagt der Fahrer. „Die 600-Kilometer-Strecke, die einen Tag dauert, schaffen wir jetzt in 4–5 Tagen. Nach der Abfahrt aus Nachitschewan müssen wir mehrere Nächte in Biläsuvar verbringen. Das sind künstlich erzeugte Hindernisse. Wenn sie wollten, könnten sie uns sofort durchlassen, uns nicht in der Wüste festhalten. Es gibt keine Infrastruktur: keine Toiletten, kein Wasser, keinen Schutz vor der Hitze. Wir werden fernab der Stadt festgehalten. Um Wasser und Essen zu kaufen, müssen wir zusätzliches Geld ausgeben.“
Er versichert, dass nach dem Abkommen der Druck durch iranische Beamte zugenommen habe; wenn einige Aserbaidschaner auf Diskriminierung reagieren, würden ihnen Pässe abgenommen und Nummernschilder entfernt. „Wir können dem nicht entgegentreten, wir sind machtlos. Dort fühlen wir uns wie wehrlose Waisen. Auf der Straße stehen zwar mehrere geparkte Lastwagen — russische, aserbaidschanische und georgische — aber die Behörden greifen nur uns an“, so der Lkw-Fahrer.
