Der Immobilienmarkt Aserbaidschans wächst rasant und gehört zu den vielversprechendsten Branchen der nationalen Wirtschaft. Eine zentrale Rolle spielen Makler, deren Zahl in die Tausende geht. Sie vermitteln täglich Kauf-, Verkaufs- und Mietgeschäfte – doch ihre Tätigkeit erfolgt bislang ohne klare gesetzliche Grundlage.
Obwohl Tausende Menschen in der Branche beschäftigt sind, hat der Beruf keinen offiziellen Status. Das Fehlen spezifischer Rechtsvorschriften führt zu Unsicherheit und Konflikten zwischen Kunden, Eigentümern und Maklern.
Immobilienexperte Vugar Orudsch betont:
„Eine rechtliche Regelung und verbindliche Verträge sind für alle Seiten wichtig – für Bürger, Steuerbehörden und die Makler selbst. Ohne gesetzliche Basis kann niemand seine Rechte wirksam schützen.“
Das Fehlen eines Rahmens hat zahlreiche Folgen: Makler erhalten oft keine faire Vergütung, Kunden können ihre Ansprüche kaum durchsetzen, und Eigentümer haben Schwierigkeiten bei der Registrierung ihrer Immobilien.
„All diese Probleme hängen damit zusammen, dass der Immobiliensektor ohne staatliche Kontrolle arbeitet“, sagt Orudsch.
Er schlägt vor, Berufsverbände, Ethikrichtlinien, Zertifizierungssysteme und ein Gesetz zur Definition von Rechten und Pflichten einzuführen. Staatliche Regulierung solle den Wettbewerb nicht einschränken, sondern „faire Marktbedingungen schaffen“.
Der Anwalt Samir Gasimov weist darauf hin, dass es im Zivilgesetzbuch bereits Formen wie Kommissions- oder Vermittlungsverträge gibt.
„Ein Makler kann einer Partei bei einer Transaktion helfen und dafür eine Vergütung erhalten“, erklärt er.
Er fügt hinzu, dass Makler nur von einer Seite bezahlt werden dürfen. Da viele Geschäfte jedoch mündlich abgeschlossen werden, ist die gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen oft schwierig.
