Die Zentralbank Aserbaidschans (CBA) hat neue Daten veröffentlicht, wonach im ersten Halbjahr 2025 mehr als 800.000 Manat durch digitale Betrugsfälle von Bankkarten gestohlen wurden.
Laut dem Bericht ereigneten sich fast alle Betrugsfälle, weil die Nutzer selbst persönliche oder Bankdaten an Cyberkriminelle weitergegeben haben – oft über gefälschte Webseiten, Phishing-Links oder Methoden sozialer Manipulation.
Inlandsoperationen
Im ersten Quartal wurden 992 betrügerische Transaktionen mit einem Gesamtschaden von 430.944 Manat registriert. Die Mehrheit der Fälle (68,8 %) betraf den Diebstahl von Konto- oder Kartendaten, meist über Online-Shopping und mobile Apps (96,9 %).
Im zweiten Quartal sank die Zahl der Fälle um 27 % auf 570, während die Verluste um 11 % auf 344.083 Manat zurückgingen. Datendiebstahl blieb die häufigste Methode und machte 44,5 % der Vorfälle aus, erneut dominiert von E-Commerce- und Mobilplattformen (99,7 %).
Insgesamt ging der inländische digitale Betrug sowohl im Umfang als auch im Volumen zurück – 11 % weniger finanzielle Verluste, 27 % weniger Fälle und 19 % weniger betroffene Karten im Vergleich zum Vorquartal.
Grenzüberschreitende Operationen
Bei internationalen Transaktionen zeigte sich ein anderes Bild.
Im ersten Quartal wurden 3.628 Betrugsfälle mit einem Schaden von 185.910 Manat festgestellt, von denen 80 % sogenannte „Card-not-present“-Transaktionen über Online-Plattformen (89,7 %) waren.
Im zweiten Quartal stieg die Zahl der Fälle um 13,8 % auf 4.798, und die Gesamtschäden erhöhten sich um 36,9 % auf 430.104 Manat. Das Muster blieb dasselbe – Betrug ohne physische Kartennutzung machte über 81 % aller Fälle aus, wobei E-Commerce- und App-Nutzer (87,3 %) am häufigsten betroffen waren.
Die Zentralbank betonte, dass kein Banksystem direkt gehackt wurde – die Täter nutzten menschliche Fehler und psychologische Manipulation. Die Behörde riet den Bürgern, keine Bankdaten preiszugeben, Webseiten sorgfältig zu prüfen und Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren.
