Die Durchschnittslöhne in Aserbaidschan steigen, doch neue Zahlen zeigen, dass das Land in US-Dollar gerechnet weiterhin hinter seinen südkaukasischen Nachbarn zurückbleibt.
Laut dem Staatlichen Statistikkomitee erreichte der durchschnittliche nominale Monatslohn von Arbeitnehmern in Aserbaidschan zum 1. August 1.098 Manat, was einem Anstieg von 9,5 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Umgerechnet entspricht dies etwa 650 US-Dollar pro Monat. Am meisten verdienen nach wie vor Beschäftigte in der Öl- und Gasindustrie, im Finanzwesen, in der IT und im Transportwesen, während Bildung und Gesundheitswesen hinterherhinken.
Vergleich Aserbaidschan
Trotz stetigen Wachstums liegt das Lohnniveau in Aserbaidschan in Dollar gerechnet weiterhin unter dem von Armenien und Georgien.
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Armenien: Anfang 2025 lag das durchschnittliche nominale Gehalt bei 333.250 AMD, was rund 850 US-Dollar entspricht. Selbst bei niedrigeren Lebenshaltungskosten als in Georgien verdienen armenische Arbeitnehmer auf dem Papier inzwischen mehr als ihre aserbaidschanischen Kollegen.
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Georgien: Die neuesten veröffentlichten Zahlen setzen das durchschnittliche Monatsgehalt bei etwa 2.045 GEL oder 770 US-Dollar an. Allerdings liegen die Lebenshaltungskosten in Georgien schätzungsweise 20–25 % höher als in Baku, was bedeutet, dass die georgischen Löhne nicht so weit reichen, wie es scheint.
Kaufkraft erzählt eine andere Geschichte
Auch wenn armenische und georgische Arbeitnehmer in harter Währung höhere Werte vorweisen, ist der Alltag differenzierter. Lebensmittel, Transport und Versorgungsleistungen sind in Aserbaidschan günstiger als in Tiflis, was den Unterschied teilweise ausgleicht. Dennoch belasten die hohen Preise für Wohnraum und Importe in Baku weiterhin die Haushaltsbudgets.
Ökonomen betonen, dass der Schlüssel für Aserbaidschan in einer Diversifizierung jenseits von Öl und Gas sowie in höheren Löhnen in nicht-extraktiven Sektoren liegt. Andernfalls könnte das Wachstum in den Schlagzeilen nicht zu realen Verbesserungen für gewöhnliche Familien führen.
