Baku Öffnet den Korridor, Eriwan Reagiert – „Der Frieden Beginnt mit einem Zug“, sagt Musabekov

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Der aserbaidschanische Abgeordnete und Politikanalyst Rasim Musabekov erklärte, Bakus Entscheidung, alle Beschränkungen für den Warentransit nach Armenien aufzuheben, markiere einen echten Wendepunkt im Südkaukasus – den Übergang des Friedens “vom Papier in die Praxis”.

In einem Interview auf dem YouTube-Kanal Modern Talking with Rasim Babayev bezeichnete er die geplante erste Lieferung von kasachischem Getreide über Aserbaidschan als sowohl symbolisch als auch substanziell.

Der Schritt spiegele Eriwans Übergang von der Rhetorik zum praktischen Handeln wider, bezogen auf die Route, die Armenien als “Trump-Route” und Baku als Zangezur-Korridor bezeichnet – eine Verbindung zwischen Nachitschewan und dem aserbaidschanischen Kernland.

„Als Reaktion erlaubte Aserbaidschan bestimmten Frachtgütern den Transit nach Armenien“, sagte Musabekov, fügte jedoch hinzu, dass diese Genehmigung „widerrufen werden könne, falls sich die Gegenseite unangemessen verhalte“.

Er verglich die Haltung von Premierminister Nikol Paschinjan mit der von Außenminister Ararat Mirsojan und erinnerte daran, dass Paschinjan öffentlich erklärt habe, Armeniens Verfassung werde einen Friedensvertrag nicht behindern, und dass er – falls nötig – eine Reform oder sogar eine neue Verfassung ohne territoriale Ansprüche gegen Aserbaidschan einleiten würde.

Für Baku sei, so Musabekov, das Ergebnis wichtiger als der Mechanismus – entscheidend sei, dass Armenien einen Rechtsrahmen habe, der Aserbaidschans Grenzen nicht infrage stelle.

Musabekov beschrieb Aserbaidschan und Zentralasien als gemeinsamen Verbindungsraum: „Der Weg der Region nach Westen führt durch den Südkaukasus, Aserbaidschans Weg nach Osten durch Kasachstan und seine Nachbarn.“ Diese Logik bilde die Grundlage für eine erweiterte wirtschaftliche Agenda mit Astana.

Er erklärte, dass Baku und Astana planen, die Ölexporte über die Pipeline Baku–Tiflis–Ceyhan zu erhöhen, wobei ein deutlicher Anstieg technische Anpassungen bei Rohölqualität, Terminaltrennung und Durchsatzvereinbarungen erfordere.

Als Zwischenlösung könne die Leitung Baku–Supsa, mit einer Kapazität von rund sieben Millionen Tonnen pro Jahr, vollständig für kasachisches Rohöl genutzt werden, falls die Schwarzmeer-Route Schwierigkeiten bereite. Ein solcher Schritt verlange jedoch zusätzliche Tanker, Tiefenanpassungen in den Häfen Aktau und Kuryk sowie langfristige Verträge.

Der Getreidehandel verschiebe sich ebenfalls nach Osten: Aserbaidschan habe nahezu 800.000 Tonnen kasachisches Getreide importiert und nutze sein Baku-Silo-Netz inzwischen nicht nur für den Transit, sondern auch als Teil der nationalen Versorgungskette.

Bezüglich Frankreichs, Irans und Russlands sagte Musabekov, Paris sei es nicht gelungen, anti-aserbaidschanische Texte bei den Vereinten Nationen durchzusetzen und habe seinen Ton gemäßigt; Teheran habe sich beruhigt, da Energie- und Transitbeziehungen zu Aserbaidschan enger geworden seien; und Moskau habe nach dem Abschuss eines aserbaidschanischen Zivilflugzeugs die Verantwortung anerkannt, eine Untersuchung zugesagt und Entschädigung angekündigt, sobald der Abschlussbericht im Dezember genehmigt werde.

Dennoch erwartet er keine Rückkehr zur früheren “Bündnis”-Rhetorik, sondern eine pragmatische Nachbarschaftsbeziehung, die von jüngsten Erfahrungen geprägt ist.

Zu Armeniens Innenpolitik sagte Musabekov, dass Moskau und seine Netzwerke, einschließlich bestimmter kirchlicher Kreise, darauf hinarbeiten, Paschinjan zu schwächen.

Der Premierminister sei „nicht geneigt, Nachsicht zu zeigen“, so Musabekov, und verwies auf die Festnahmen von Geistlichen sowie auf den Konflikt in Gjumri nach der Inhaftierung des Bürgermeisters. In dieser Stadt sei Russlands anhaltender Einfluss deutlich, und Eriwans Reaktion zeige, dass „die alten Methoden nicht mehr greifen.

Musabekov schloss mit einer Betrachtung der aserbaidschanischen Diplomatie im weiteren Kontext des Nahen Ostens. Seit Jahrhunderten, sagte er, sei Bakus natürlicher Raum der Süden und Westen – hin zu Irak, Syrien und der Levante – Verbindungen, die nun durch Kooperationen mit Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien wiederbelebt werden.

Aserbaidschan könne als praktische Plattform für Dialoge dienen, “Abraham-ähnliche Normalisierungsprozesse” unterstützen und bei Bedarf Friedenstruppen stellen.

Die Öffnung des Korridors sei Teil derselben Logik: Konnektivität als Staatskunst, und ein Beweis, dass im Südkaukasus der Frieden nicht nur in Kommuniqués, sondern auch auf Schienen, Straßen und Pipelines Gestalt annimmt.

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