In Baku häufen sich die Beschwerden von Fahrgästen, weil viele Taxifahrer Kartenzahlungen ablehnen. Das Problem hat inzwischen ein systematisches Ausmaß: Fahrer nehmen Fahrten an, sehen die Zahlungsart und stornieren dann. Für die Fahrgäste bedeutet das Zeitverlust und wachsende Unzufriedenheit mit dem Service.
Ein Fahrgast berichtet: „Die Fahrer verlangen oft Bargeld, auch wenn die Fahrt bereits akzeptiert wurde. Wenn man auf Kartenzahlung besteht, bitten sie einen, die Fahrt zu stornieren.“ Andere hingegen hatten nie Schwierigkeiten: „Bei mir gab es noch nie Probleme, das Taxi fährt mich immer wie bestellt.“
Manche Fahrgäste erfuhren auch den Grund: „Die Fahrer sagen, dass bei Kartenzahlung bis zu 20 % Provision abgezogen werden. Am besten ist es, direkt Karte-zu-Karte zu überweisen – das ist für beide Seiten besser.“
Verkehrsexperte Aslan Asadov ist eindeutig: Angenommene Fahrten müssen unabhängig von der Zahlungsart ausgeführt werden. „Nach Marktprinzipien ist die Stornierung einer angenommenen Bestellung falsch. Der Preis ist standardisiert, egal ob bar oder bargeldlos. In Ländern, die bargeldlose Systeme bevorzugen, wurden die Regeln verschärft, und Fahrer erhalten ihr Geld problemlos. Je einfacher und innovativer das Verfahren, desto weniger Konflikte entstehen.“
Die Unternehmen haben reagiert: Fahrer, die Kartenzahlungen ablehnen, werden bestraft. Stornierungen aus diesem Grund gelten als grober Verstoß. Fahrgäste sollen solche Fälle direkt in der App melden. Technisch gibt es ebenfalls Lösungen: Mit der Früh-Auszahlung können Fahrer ihre Einnahmen täglich auf ihre Bankkarten übertragen. Bei Verstößen drohen Strafen bis zu 50 Manat oder Sperrungen im System.
