Der Präsident Aserbaidschans, Ilham Alijew, hat ein Dekret zur Einrichtung des Sonderhaushaltsfonds „Öffentlicher Verkehr“ unterzeichnet, der das Passagiertransportsystem des Landes grundlegend verändern soll.
Das neue Modell sieht Subventionen für Betreiber vor, die umweltfreundliche Fahrzeuge einsetzen und moderne bargeldlose Bezahlsysteme nutzen. Laut dem Dekret erhalten juristische Personen und Einzelunternehmer, die regelmäßige Fahrgastbeförderung durchführen, finanzielle Unterstützung, sofern ihre Fahrzeuge drei Bedingungen erfüllen: Betrieb mit komprimiertem Erdgas, ausgestattet mit Elektromotoren und Umstellung auf bargeldlose Zahlungssysteme. Das Programm umfasst Baku, Sumgait, Gandscha, Nachitschewan, Chankendi sowie die Regionen Abscheron, Agdam, Schuscha und Latschin.
Was ändert sich im öffentlichen Verkehr und welche Vorteile gibt es für Fahrgäste und Betreiber?
Verkehrsexperte Yasin Mustafajew erklärt, dass das neue System im Wesentlichen auf dem Modell der Bruttoverträge basiert, das die finanziellen Beziehungen zwischen Staat und Transportunternehmen grundlegend verändert.
„Auf einigen Linien ist die Fahrgastzahl gering, was sie für Betreiber unrentabel macht. Zu bestimmten Zeiten fahren Busse halbleer, was die Kosten erheblich erhöht. Dadurch verlieren die Unternehmen das Interesse, solche Linien zu bedienen,“ so Mustafajew.
Die zentrale Neuerung sei die Bezahlung nach zurückgelegter Strecke:
„In diesem Modell zahlt ein Fahrgast für eine kurze Strecke weniger und für eine lange Strecke entsprechend mehr. Alle Einnahmen fließen in den neuen Fonds, und die Transportunternehmen erhalten die Vergütung nicht nach der Zahl der Passagiere, sondern nach der gefahrenen Strecke,“ fügte der Experte hinzu.
Quelle: Bizim.Media
