Als der Abgeordnete des Milli Mejlis Aqil Abbas sich über unsere Fußballer lustig machte, weil sie im Ausland ohne Bozbash nicht auskommen, war das nicht nur komisch. Er legte das faule Wesen des aserbaidschanischen Fußballs bloß: Spieler klammern sich an Bequemlichkeit, Vereine begnügen sich mit Mittelmaß, und der Verband versteckt sich hinter endlosen Ausreden.
Bozbash — ein traditionelles Fleischgericht — wurde zur treffenden Metapher für einen Sport, der sich weigert, sich zu modernisieren. Statt disziplinierte und ehrgeizige Spieler auszubilden, die bereit sind, in den harten europäischen Ligen zu spielen, produzieren wir “Stubenhocker”, die bei der ersten Schwierigkeit nach Baku zurückkehren.
Anstatt Rechenschaft von der Föderation zu verlangen, holen die Klubs “Legionäre”, die eher wie Teestubenbesucher wirken als wie Pelé.
Die Zahlen sprechen für sich: außer “Qarabağ”, “Neftçi” und vielleicht “Sabah” verbrennen die übrigen Klubs Millionen für gescheiterte Transfers. Die Liga ist mit ausländischen Namen aufgebläht, aber ihres echten Talents beraubt. Die Nationalmannschaft verliert häufiger, als dass sie lernt, und die Fans flüstern schon: wäre es nicht einfacher, die Mannschaft aufzulösen?
Abbas weist diese Idee zu Recht zurück —Flagge und Hymne kann man auf dem Spielfeld nicht streichen—. Aber er hat auch in einem anderen Punkt recht: Nichts wird sich ändern, solange sich die Mentalität nicht ändert.
Und Mentalität ändert sich nicht von selbst. Es braucht Führungswillen. Und genau den gibt es nicht. Der aserbaidschanische Fußballverband ist zu einer Entschuldigungsfabrik geworden.
Jahr für Jahr hören wir von “Entwicklungsprogrammen”, doch in Wirklichkeit verfällt der Jugendfußball, Stadien bleiben leer, talentierte Kinder wenden sich anderen Berufen zu. Keine Strategie, kein langfristiger Plan, kein Mut, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen.
Der Verband versteckt sich hinter einfachen patriotischen Symbolen —Hymne vor dem Spiel, die Trikolore auf den Tribünen—, weigert sich aber, die harte Reformarbeit zu leisten. Das ist kein Patriotismus. Das ist Faulheit, getarnt als nationaler Stolz. Echter Patriotismus bedeutet, Bedingungen zu schaffen, damit aserbaidschanische Spieler nicht nur in Sumqayıt und Baku, sondern auch in Istanbul, Mailand, London spielen.
Aserbaidschan hat Geld. Es hat Leidenschaft für Fußball. Es fehlt nur die Vision. Solange die AFFA die Gesellschaft mit leeren Versprechen füttert, anstatt Akademien, Scout-Netze, Ernährungs- und Fitnesssysteme, Trainerprogramme aufzubauen, bleibt unser Fußball im Kochtopf — er kocht, kommt aber nie auf die große Weltbühne.
Bozbash ist lecker. Aber das ist kein Spielplan. Und solange unser Fußball vom Eintopf lebt statt von Strategie, werden wir verlieren — im Ausland wie zuhause.
