In den letzten Jahren ist die Zahl der Second-Hand-Läden in Baku und Umgebung deutlich gestiegen. Früher von einer kleinen Zielgruppe besucht, sind sie inzwischen zu einem festen Shopping-Ort für Jung und Alt geworden. Für die einen bedeutet es günstige Mode, für die anderen die Chance, einen eigenen Stil zu kreieren.
Das wachsende Interesse erklärt sich nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch aus dem Wunsch junger Menschen, aufzufallen, sowie dem Einfluss der Vintage-Mode.
Soziologin Valida Turan erklärt: Familien mit geringem Einkommen greifen aus wirtschaftlichen Gründen auf Second-Hand zurück, während junge Menschen zunehmend nach Stücken suchen, die Stil und Sparsamkeit verbinden. Kurz: Kreativität zum kleinen Preis.
„Gebrauchte Kleidung und Accessoires – vor allem Schmuck – haben ihre eigene Geschichte. Auch wenn die Hygiene-Frage nicht außer Acht gelassen werden sollte, stört das die Jugend wenig. Gefragt sind einzigartige Teile und Individualität statt Massenware“, so Turan.
Auch in den sozialen Medien zeigte sich diesen Sommer ein deutlicher Trend zum Kauf gebrauchter Waren – und nicht nur Kleidung: leicht benutzte Parfums, Foundations, Cremes und Accessoires sind gefragt.
Stylisten nutzten das Konzept der „herbstlichen Vintage-Ästhetik“, um ein breites Publikum zu erreichen. Parallel dazu werden Themen wie „Vintage-Küche“ und „Second-Hand-Dekor“ immer populärer.
