In der heutigen Social-Media-Kultur ist das Teilen von Momentaufnahmen eines „perfekten Lebens“ zur Norm geworden — Bilder von Erfolg, Glück und Wohlstand dominieren die Feeds. Doch wie die aserbaidschanische Psychologin Samira Baghirova gegenüber Bizim.Media erklärte, sind die meisten dieser Darstellungen Illusionen.
Ihren Angaben nach liegt dieses Verhalten in der Theorie des sozialen Vergleichs begründet.
„Wenn Menschen ihr Leben mit den strahlenden Beiträgen anderer vergleichen, verspüren sie den Druck, gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen. Oft posten sie Bilder von nicht existierendem Glück, um ein ‘ideales Ich’ zu inszenieren“, so Baghirova.
Sie nennt mehrere Hauptgründe für diese Tendenz:
Dopamin-Abhängigkeit – Jeder „Like“ oder positive Kommentar erzeugt ein kurzes Glücksgefühl. Mit der Zeit jagen die Nutzer diesem Gefühl nach und schaffen so eine künstliche Persönlichkeit.
Gefühl der Unzulänglichkeit – Wer mit seinem eigenen Leben unzufrieden ist, kann Erfolge erfinden, um das Selbstwertgefühl zu steigern.
Depression verbergen – Aus Angst, schwach zu wirken, verstecken viele ihre persönlichen Probleme hinter einem ständigen Online-Lächeln.
Baghirova warnt: Auch wenn „künstliches Glück“ harmlos erscheint, kann es langfristig schädliche Auswirkungen haben.
„Es ist ein Abwehrmechanismus, aber wenn er zum Dauerzustand wird, verliert man den Kontakt zu seinem echten Selbst. Mit der Zeit kann diese Entfremdung zu ernsthaften psychischen Störungen führen“, sagte sie.
