Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) beabsichtigt, ihre Handelsbeziehungen zu Aserbaidschan auszubauen und erwartet, dass die meisten muslimischen Länder Interesse an Investitionen in die befreiten Gebiete zeigen werden.
Dies erklärte Ahmad Kawesa Sengendo, Wirtschaftsberater des OIC-Generalsekretärs, im Gespräch mit Report beim Fintech-Forum in Baku.
„Während Aserbaidschan die von der Besatzung befreiten Gebiete – darunter die Stadt Schuscha und andere Regionen – wiederaufbaut, hoffen wir, dass die meisten muslimischen Länder in ihre Entwicklung investieren werden. Aserbaidschan ist ein wichtiges Mitglied der OIC, spielt in vielen Bereichen eine Schlüsselrolle, nimmt aktiv an den zentralen Veranstaltungen der Organisation teil und richtet einige davon selbst aus. Wir danken der Regierung für diese Zusammenarbeit und sind überzeugt, dass sich die Beziehungen in Zukunft weiter festigen werden“, sagte Sengendo.
Der Berater fügte hinzu, dass die OIC die umfangreiche Erfahrung Aserbaidschans in den Bereichen Öl und Gas, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit nutzen möchte. Baku verfüge über zahlreiche Exportprodukte, und es werde erwartet, dass die Handelsbeziehungen über bestehende Kooperationsmechanismen weiter ausgebaut werden.
„Aserbaidschan liegt strategisch günstig und ist ein bedeutendes Transportzentrum, das Verbindungen nach Zentralasien erleichtert. Viele aserbaidschanische Produkte, insbesondere Lebensmittel, werden bereits in zentralasiatische Länder exportiert. Es wird erwartet, dass Aserbaidschan seine wirtschaftliche Präsenz auch in Afrika und der arabischen Welt verstärkt“, betonte der OIC-Vertreter.
In den kommenden Monaten sollen laut Sengendo mehrere bedeutende Veranstaltungen in Aserbaidschan stattfinden: „Das wichtigste davon ist der für 2026 in Baku geplante OIC-Gipfel. Außerdem wird die Jahresversammlung der Islamischen Entwicklungsbank im nächsten Jahr ebenfalls in Baku abgehalten.“
Er verwies zudem auf das 2. Aserbaidschanische Halal Business Forum (AZHAB) und bezeichnete es als vielversprechend für die Entwicklung der Halal-Industrie in der Region: „Baku dürfte sich zu einem regionalen Zentrum der Halal-Produktion entwickeln, das halal und verwandte Produkte für die muslimische Umma herstellt.“
Zwischen Januar und August 2025 belief sich das Handelsvolumen zwischen Aserbaidschan und den OIC-Mitgliedsstaaten auf rund 6 Milliarden US-Dollar. In Aserbaidschan sind etwa 11.000 Unternehmen aus OIC-Ländern tätig.
Nach der Wiedererlangung seiner Unabhängigkeit war Aserbaidschan die erste ehemalige Sowjetrepublik, die einen Antrag auf Mitgliedschaft in der OIC stellte, und wurde am 8. Dezember 1991 auf der 5. Konferenz der Staats- und Regierungschefs in Dakar als Vollmitglied aufgenommen.
