Laut dem jüngsten Finanzstabilitätsbericht der Zentralbank Aserbaidschans sind die Wohnungspreise in den letzten fünf Jahren um 46 % gestiegen. Während das Jahr 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie relative Stabilität brachte, setzten die Folgejahre einen klaren Aufwärtstrend fort. Dadurch schwinden die Hoffnungen vieler Bürger, die seit Jahren auf eine eigene Wohnung sparen.
Doch die Frage bleibt: Was kann man heute für 100.000 Manat kaufen?
Der Immobilienmakler Yusif Guliyev erklärt, dass die Möglichkeiten sehr begrenzt sind:
„Mit 100.000 Manat kann man in Baku und den Vororten nur in bestimmten Gebieten etwas erwerben. In Masazir oder Chirdalan gibt es Privathäuser oder Einzimmerwohnungen in Neubauten. In anderen Stadtteilen reicht diese Summe höchstens für eine kleine Wohnung, meist in der Nähe der Metrostationen ‘Neftchilar’ oder **‘Khalklar Dostlugu’.“
Fachleute weisen darauf hin, dass Wohnungen zu diesem Preis auch in anderen Bezirken existieren, das Angebot aber sehr eingeschränkt ist.
Der Vorsitzende der Gesellschaft der Gutachter Aserbaidschans, Vugar Orudz, betont:
„Wohnungen für rund 100.000 Manat findet man vor allem in Yeni Yasamal, Govsan und Masazir. Der Ausstattungsstandard ist meist mittel oder unterdurchschnittlich, und sie verfügen über ein bis zwei Zimmer. Die Nachfrage in diesem Segment ist eher gering.“
Der Immobilienexperte Ramil Osmanli sieht die Lage noch kritischer:
„In Baku reichen 100.000 Manat schon lange nicht mehr für eine komfortable Wohnung. Selbst in den entlegensten Vierteln liegen die Preise für Zweizimmerwohnungen deutlich über diesem Betrag. Für dieses Budget sind nur alte Einzimmerwohnungen in Gegenden wie Günəşli, Bilajari oder den Randbereichen von Yeni Yasamal realistisch.“
Eine Analyse von Immobilienportalen bestätigt dies: Die meisten Objekte um 100.000 Manat liegen in Masazir und Bina, mit wenigen Ausnahmen günstigerer Wohnungen in der Nähe der Metrostationen ‘Insaatçilar’ und ‘Memar Ajami’.
