Erdoğan begrüßt Alaska-Gipfel: „Türkei bereit, zu dauerhaftem Frieden beizutragen“

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat den Alaska-Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin als konstruktiven Schritt gewürdigt und betont, Ankara sei bereit, zu einem nachhaltigen Frieden in der Ukraine beizutragen.

„Die Gespräche in Alaska haben den Bemühungen, den Russland-Ukraine-Krieg zu beenden, neuen Schwung verliehen“, schrieb Erdoğan auf der Plattform X. „Wir begrüßen den Alaska-Gipfel und hoffen, dass dieser neue Prozess mit der Teilnahme des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Grundlage für einen dauerhaften Frieden legt. Die Türkei ist zu jedem Beitrag bereit.“

Vermittlerrolle der Türkei

Seit Ausbruch des Krieges 2022 positioniert sich die Türkei als einer der wenigen Akteure, die sowohl mit Moskau als auch mit Kyjiw sprechen können. Ankara vermittelte das Getreideabkommen am Schwarzen Meer (2022), das den Export von Millionen Tonnen ukrainischer Agrarprodukte trotz Seeblockade ermöglichte. Türkische Diplomaten richteten zudem direkte Gespräche aus, die jedoch wegen anhaltender Kämpfe ins Stocken gerieten.

Erdoğan argumentiert konsequent, die Türkei habe als NATO-Mitglied und Schwarzmeer-Macht mit engen Beziehungen zu Russland eine Brückenfunktion. Seine jüngste Erklärung unterstreicht Ankaras Anspruch, erneut im Zentrum eines möglichen diplomatischen Pfads zu stehen.

Verbündete schauen genau hin

Der Alaska-Gipfel — das erste hochrangige persönliche Treffen zwischen Trump und Putin seit der US-Wahl — löste in einigen westlichen Hauptstädten Unbehagen aus. Kritiker monierten, die Wahl Alaskas, eines einst vom Russischen Reich an die USA verkauften Territoriums, könne Moskau symbolische Vorteile verschaffen. Trump stellte das Treffen als mutigen Schritt zum Dialog dar und brachte eine dreiseitige Spitze mit der Ukraine ins Spiel.

Für Erdoğan signalisiert die Begegnung eine Öffnung, die Ankara nutzen will: Während Washington und Moskau ihre nächsten Schritte abwägen, möchte die Türkei mit am Tisch sitzen, wenn über eine Nachkriegsordnung gesprochen wird.

Wie geht es weiter?

Beobachter betonen, dass Erdoğans Aussagen ebenso der strategischen Positionierung der Türkei dienen. Angesichts stockender EU-Gespräche und anhaltender Spannungen mit Washington in Verteidigungsfragen will Ankara seinen Status als unverzichtbarer Regionalakteur untermauern.

Ob sich der Alaska-Schwung in konkrete Verhandlungen übersetzen lässt, bleibt offen. Klar ist: Die Türkei will in der nächsten Phase der Friedensdiplomatie sichtbar und aktiv bleiben.

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