Europäische Führer haben beim Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Kopenhagen die jüngsten Fortschritte im Friedensprozess zwischen Aserbaidschan und Armenien als Meilenstein für die regionale Stabilität und die europäische Sicherheit gewürdigt.
Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, bezeichnete die in Washington mit US-Vermittlung erzielte Vereinbarung als “einen wichtigen Moment für unser Europa”. Er gratulierte Präsident Ilham Aliyev aus Aserbaidschan und Premierminister Nikol Paschinjan aus Armenien und sagte, der Durchbruch zeige, dass “Frieden aufgebaut werden kann und wir weiter daran arbeiten müssen”. Costa und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, äußerten sich nach ihrem Treffen mit Aliyev ähnlich in den sozialen Medien. Sie bezeichneten den Dialog als “sehr konstruktiv” und lobten Aserbaidschans Rolle als strategischer Partner. Zudem unterstrichen sie das Engagement der EU, die Beziehungen zu Baku durch Energiekooperation, Verkehrsanbindungen und digitale Projekte im Rahmen der Global-Gateway-Strategie zu vertiefen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßte ebenfalls den Durchbruch von Washington und äußerte die Hoffnung auf eine rasche Unterzeichnung eines umfassenden Friedensvertrags.
“Wir erwarten, dass alle notwendigen Schritte zur Normalisierung folgen”, sagte er Reportern nach separaten Treffen mit Aliyev und Paschinjan.
Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, erklärte nach ihrem Treffen mit Paschinjan, das Abkommen biete “echte Hoffnung auf dauerhaften Frieden” und lobte Armeniens Engagement für eine engere europäische Integration.
Die moldauische Präsidentin Maia Sandu gratulierte ebenfalls Aliyev, bezeichnete die Fortschritte als “historisch” und betonte das Interesse Moldaus, die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu Aserbaidschan zu stärken.
Präsident Aliyev seinerseits hob hervor, dass sowohl Aserbaidschan als auch Armenien sich bereits “an das Leben unter Friedensbedingungen angepasst” hätten und versprach, dass Baku die Friedensagenda weiter vorantreiben werde. Er betonte zudem Aserbaidschans wachsenden Beitrag zur Energiesicherheit Europas und wies darauf hin, dass inzwischen 10 europäische Länder – darunter 8 EU-Mitglieder – aserbaidschanisches Gas importieren.
Aliyev betonte außerdem die Rolle Aserbaidschans bei der Entwicklung des Mittleren Korridors, mit steigenden Transitvolumina aus Zentralasien über sein Territorium. Er erklärte, das Land sei entschlossen, seine Transport- und Logistikinfrastruktur auszubauen, um eine breitere regionale Konnektivität zu unterstützen.
Europäische Führer unterstrichen, dass der Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan nicht nur die bilaterale Versöhnung betrifft, sondern auch die stärkere Verankerung des Südkaukasus in der politischen, energetischen und verkehrstechnischen Landkarte Europas.
