Das Schwerverbrechensgericht in Baku hat die Anhörungen im hochkarätigen Fall von Rafiq Goyushov begonnen, einem ehemaligen Mitarbeiter der Verwaltungsabteilung der US-Botschaft in Aserbaidschan, der beschuldigt wird, einen groß angelegten Betrug von über 295.000 Dollar begangen zu haben.
Bei der Sitzung am Mittwoch, die vom Richter Anar Sadigov geleitet wurde, bestätigte das Gericht die persönlichen Daten des Angeklagten. Goyushovs Anwalt teilte dem Gericht mit, dass die US-Botschaft keine formelle Beschwerde gegen seinen Mandanten eingereicht habe, aber zugab, dass er im Falle nachgewiesener Schuld bestraft werden müsse. Die Verteidigung beantragte, den Fall zur weiteren Untersuchung zurückzugeben, was das Gericht jedoch ablehnte. Die nächste Anhörung ist für den 17. September angesetzt, berichtet Report.
Vorgeworfenes Schema
Laut Ermittlern der Hauptdirektion zur Bekämpfung von Cyberkriminalität des Innenministeriums nutzte Goyushov fast 20 Jahre lang seine Position, um Botschaftsgelder für die Unterkunft von Diplomaten und Besuchsbeamten abzuzweigen.
In einem von den Staatsanwälten zitierten Beispiel wurde eine Wohnung, die für 118 Dollar pro Nacht gemietet wurde, offiziell mit 236 Dollar angegeben, und die Differenz wurde vom Angeklagten einbehalten. Den Ermittlern zufolge dauerten solche Praktiken jahrelang an, wobei der insgesamt veruntreute Betrag 295.000 Dollar überstieg.
Anklagen und Strafen
Goyushov sieht sich Anklagen gemäß Artikel 178.4 des Strafgesetzbuches Aserbaidschans (Betrug in besonders großem Ausmaß) gegenüber. Die Botschaft wurde als geschädigte Partei im Fall anerkannt.
Obwohl der Angeklagte unter polizeilicher Aufsicht steht, wurde der Schaden nicht erstattet. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von 10 bis 14 Jahren.
