Die Preise für Walnüsse und Haselnüsse in Aserbaidschan haben in diesem Jahr ein beispielloses Niveau erreicht. In der Hauptstadt kostet ein Kilogramm Haselnüsse mit Schale etwa 6 Manat, geschälte Kerne bis zu 23 Manat. Laut Händlern ist die geringe Ernte der Hauptgrund für den starken Preisanstieg.
Auch in den Regionen unterscheidet sich die Lage kaum von der in Baku. Händler aus Scheki bestätigen, dass dieses Jahr außergewöhnlich hohe Preise für Nussprodukte verzeichnet wurden. Normalerweise sinken die Preise in dieser Jahreszeit wegen des saisonalen Überangebots – diesmal ist das Gegenteil der Fall.
„Die Haselnüsse haben dieses Jahr Rekordpreise erreicht. Ich arbeite seit vielen Jahren in diesem Bereich, solche Preise gab es noch nie. Früher verkauften wir für 4, höchstens 5 Manat. Jetzt verkaufen wir für 8 bis 9“, berichtet ein Händler.
Landwirte aus Zaqatala nennen die lang anhaltende Sommerdürre als Hauptursache der schlechten Ernte. In einigen Betrieben blieb die Ernte vollständig aus.
„Für Walnüsse und Haselnüsse war es ein sehr schwaches Jahr. Ich bin seit 20 Jahren in diesem Geschäft, viele Früchte sind verdorben, der Ertrag ist niedrig“, klagt ein Landwirt.
Der Ökonom Razi Abbasbeyli betont, dass der größte Engpass derzeit im Haselnusssegment besteht. Das Problem liege nicht nur am Klimawandel, sondern auch an der geringen Spezialisierung der Branche.
„Oft werden exportierte Haselnusspartien wegen mangelhafter Qualitätsstandards zurückgeschickt. Das ist eines der größten Probleme für Exporteure und Landwirte. Ohne richtige Schnitt- und Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen sinken sowohl Qualität als auch Ertrag“, erklärt Abbasbeyli.
Er fügte hinzu, dass bei richtiger agrartechnischer Pflege andere negative Faktoren keinen so zerstörerischen Einfluss gehabt hätten. Wenn sich die Lage nicht ändert, ist in naher Zukunft mit einem weiteren Produktionsrückgang und entsprechend steigenden Preisen zu rechnen.
