In den Straßen Bakus sieht man immer öfter auffällige Hochzeitskorsos: 3–4, manchmal sogar bis zu 10 identische Autos bilden eine eindrucksvolle Kolonne. Das erste Fahrzeug ist für das Brautpaar bestimmt, die übrigen dienen nur zur Schau.
Elshad Mamedov, Unternehmer im Geschäft mit Hochzeitsautos, bestätigt den Trend: „Unsere Kunden wollen es groß und glanzvoll. Das Basispaket – ein Hochzeitsauto plus vier Begleitwagen – kostet ab 500 Manat, inklusive Fahrer, Dekoration und Treibstoff. Mit Luxusmodellen steigt der Preis: Sechs Premiumwagen kosten etwa 900–1000 Manat.“
Ein besonders prunkvoller Korso kann 3.000–4.000 Manat erreichen. Findet die Feier außerhalb der Hauptstadt statt, erhöhen sich die Kosten durch den Transport.
Der Soziologe Uzeyir Shafiev sieht darin vor allem ein Statussymbol: „Manche Familien nehmen Kredite auf, nur um einen imposanten Autokorso zu finanzieren. Doch solche Traditionen passen nicht in eine moderne Großstadt mit dichtem Verkehr.“ Er plädiert dafür, die Zahl der Autos auf maximal fünf zu begrenzen.
Hochzeitskorsos in Aserbaidschan: rollender Luxus oder unnötige Verschwendung?
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