Importiertes Geflügel erobert den aserbaidschanischen Markt mit “3 für 10”-Angeboten

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Der Lebensmittelmarkt Aserbaidschans verändert sich rasant, da importiertes Geflügel – insbesondere aus Belarus und der Ukraine – dank günstiger Preise und aggressiver Werbung immer beliebter wird.

Einzelhändler Abbas Valiyev, der ein Geschäft für importiertes Fleisch betreibt, sagte gegenüber KhazarTV, dass die Nachfrage durch starke Rabatte sprunghaft gestiegen sei. „Wir bieten sowohl ukrainische als auch belarussische Hühner an. Besonders beliebt ist die belarussische ‘Dorf’-Rasse. Zurzeit haben wir ein Sonderangebot – drei Hühner für 10 Manat (zuvor kostete ein Huhn ohne Rabatt 4 Manat). Ukrainische Hühner kosten 5 Manat pro Stück und werden in 1-kg-Packungen verkauft“, erklärte er und fügte hinzu, dass die Verkäufer die Tiere als frei von chemischen Zusätzen oder Injektionen zur Gewichtszunahme anpreisen.

Preise, Mengen und warum Importe gewinnen
Nach Angaben des staatlichen Zollkomitees überstiegen die Importe von Januar bis Juli 2025 25.000 Tonnen Fleisch im Wert von 55 Millionen US-Dollar, wobei die Ukraine, Brasilien und Belarus die Hauptlieferanten waren. Lokale Einzelhandelspreise liegen deutlich höher: Huhn 6–7 AZN/kg, Rind 17–18 AZN/kg, Lamm 21–25 AZN/kg.

Die Zollwerte deuten auf einen durchschnittlichen Grenzpreis von ≈ 2,2 $/kg (≈ 3,7 AZN/kg bei $1≈1,7 AZN) für alle importierten Fleischsorten hin – weit unter den Ladenpreisen nach Hinzurechnung von Inlandsfracht, Kühlkette, Zöllen/Mehrwertsteuer, Verlusten und Einzelhandelsmargen. Niedrigere Futter- und Produktionskosten sowie Skaleneffekte in den Exportländern ermöglichen es den Händlern, Lockangebote wie “3 für 10” zu finanzieren, mit denen lokale Produzenten kaum mithalten können.

Über Geflügel hinaus: auch Rind und Lamm
„Der Wandel betrifft nicht nur Huhn“, so Valiyev. „Wir verkaufen fünf bis sechs Rindfleischstücke zu 12–14 Manat – hochwertiges, entbeintes Kalbfleisch aus der Westukraine sowie brasilianisches und indisches Rindfleisch. Ganze mongolische Lämmer werden im Großhandel für 14 AZN/kg eingeführt. Geschmacklich können etwa 90 % der Käufer keinen Unterschied zwischen lokalem und importiertem Lamm feststellen.“

Bedeutung für den Markt
Kurzfristiger Vorteil für Verbraucher, aber Unsicherheit langfristig. Hohe Rabatte stärken die Kaufkraft der Haushalte, könnten jedoch zeitlich begrenzt sein.

Druck auf lokale Betriebe. Anhaltender Preisdruck könnte die heimische Geflügel- und Viehzucht schwächen, die bereits unter hohen Inputkosten und Weidelandknappheit leidet.

Vertrauen und Kennzeichnung. Mit der Zunahme von „ohne Zusatzstoffe“-Versprechen werden transparente Etiketten und regelmäßige Tests entscheidend für das Verbrauchervertrauen sein.

Fazit
Importe – insbesondere günstiges Geflügel – verändern die Preiserwartungen und gewinnen Marktanteile. Ob dies zur neuen Normalität wird, hängt von der Nachhaltigkeit der Aktionen, den Wechselkursen und der Geschwindigkeit ab, mit der lokale Produzenten Kosten senken, Erträge steigern und sich durch Frische und Herkunft differenzieren können.

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