Heute kam es in Aserbaidschan zu kurzfristigen Störungen im Internet. Nutzer meldeten Schwierigkeiten beim Verbindungsaufbau und beim Zugriff auf verschiedene Online-Dienste.
Nach Angaben des Ministeriums für digitale Entwicklung und Verkehr waren die Probleme die Folge einer DDoS-Attacke auf „Delta Telekom“, einen der wichtigsten Backbone-Anbieter des Landes. Um die Dienstkontinuität sicherzustellen, wurde der Datenverkehr umgehend auf die Netze von Azertelecom und Aztelecom umgeleitet.
Osman Gündüz, Präsident des aserbaidschanischen Internetforums, betonte, dass die Existenz mehrerer Backbone-Anbieter in solchen kritischen Situationen Verluste verringere und eine schnelle Wiederherstellung ermögliche. Dennoch stelle sich die entscheidende Frage: Woher und mit welchem Ziel könnte der Angriff auf Delta Telekom, den größten Anbieter für staatliche Institutionen und kritische Infrastruktur, gekommen sein?
Angesichts des aktuellen politischen Kontextes schloss Gündüz nicht aus, dass Russland hinter dem Angriff steckt. Die jüngsten Spannungen zwischen Baku und Moskau verstärkten diese Vermutung, so Gündüz, und Russland sei bekannt dafür, in zwischenstaatlichen Beziehungen häufig Cyberangriffe einzusetzen.
Der Vorfall zeige zudem erneut, wie wichtig der Schutz kritischer Infrastruktur und die digitale Souveränität des Landes seien. Cybersicherheit, so Gündüz, erfordere nicht nur interne Schutzmaßnahmen, sondern auch die Verringerung externer Abhängigkeiten. Daher sei die Schaffung von Alternativen, die Beschleunigung des transkaspischen Glasfaserprojekts, die Diversifizierung des Internetverkehrs und die Sicherstellung unabhängiger Zugangskanäle von strategischer Bedeutung für die Informationssicherheit Aserbaidschans.
