Der Iran hat sich gegen das Projekt eines Transportkorridors zwischen Aserbaidschan und seiner Exklave Nachitschewan durch Armenien ausgesprochen — eine Strecke, die den Namen „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ tragen und für 99 Jahre an die USA verpachtet werden soll. Das erklärte Ali Akbar Velayati, Berater des Obersten Führers der Islamischen Republik, wie „Khabar Online“ berichtet.
„Ist der Südkaukasus etwa Niemandsland, das Trump pachten kann? Der Kaukasus ist eine der sensibelsten Regionen der Welt, und dieser Korridor wird nicht ‘Trumps private Transitrute’, sondern ein Friedhof für seine Söldner sein“, warnte Velayati.
Er betonte zudem, dass er überzeugt sei, Russland stehe diesem Korridor „strategisch“ entgegen, doch der Iran sei auch ohne Moskau entschlossen, „die Sicherheit des Südkaukasus zu verteidigen“.
Grundsätzlich begrüßte Teheran jedoch die Friedensvereinbarungen zwischen den Nachbarstaaten.
Moskau wies in seinen Kommentaren zu den von Baku, Eriwan und Washington erzielten Vereinbarungen über die Öffnung regionaler Verkehrsverbindungen darauf hin, dass „in diesem Bereich weiterhin trilaterale Abkommen unter Beteiligung Russlands gültig sind, aus denen keine der Parteien ausgestiegen ist“. Das Abkommen vom 9. November 2020, das das Ende des Zweiten Karabachkriegs markierte, sah die Öffnung von Transportverbindungen und die Kontrolle des Transits durch den russischen Grenzdienst vor.
Der Zangezur-Korridor (in den USA unter dem Kürzel TRIPP bekannt) ist eine Verbindung zwischen dem aserbaidschanischen Kernland und der Region Nachitschewan, die durch die südliche Provinz Syunik in Armenien getrennt ist. Nachitschewan grenzt an die Türkei, einen Verbündeten Aserbaidschans. Laut Bloomberg könnte die Strecke Teil einer großen Handelsroute zwischen Westen und Osten werden.
Laut CNN sieht das Abkommen zwischen Eriwan und Washington vor, dass das Projekt unter armenischer Gerichtsbarkeit bleibt und die USA das Land an ein Konsortium verpachten, das für Bau und Betrieb der Strecke verantwortlich ist. Reuters berichtete dasselbe. The Economist vermutet, dass das Projekt Russlands Einfluss in der Region schwächen könnte.
