Irans Vizeminister für Kulturerbe, Anoushiravan Mohseni, räumte ein, dass der bewaffnete Angriff auf die Botschaft Aserbaidschans in Teheran zu einem massiven Rückgang aserbaidschanischer Besucher geführt habe — schätzungsweise 1,8 Millionen Touristen.
Bei einer Pressekonferenz sagte Mohseni: „2019 begrüßte unser Land 9,8 Millionen Touristen. Die Pandemie bremste die Zahlen im darauffolgenden Jahr. Doch infolge des Vorfalls gegen einen aserbaidschanischen Staatsbürger in der Botschaft verloren wir 1,8 Millionen Touristen aus Aserbaidschan.“
Gemeint war der Angriff am 27. Januar 2023, als der iranische Staatsbürger Yasin Huseynzade mit einem Sturmgewehr die aserbaidschanische Botschaft in Teheran stürmte. Er tötete den Sicherheitschef Orkhan Askerov und verletzte die Wachen Vasif Tagiyev und Mahir Imanov. Der Angriff veranlasste Aserbaidschan, den Botschaftsbetrieb einzustellen und am 29. Januar 2023 Personal und Familien zu evakuieren.
Der aserbaidschanische Staatssicherheitsdienst leitete ein Strafverfahren ein, während Baku der Opfer gedachte. Askerov wurde in der Zweiten Allee der Märtyrer beigesetzt und posthum mit der Medaille „Für das Vaterland“ ausgezeichnet. Tagiyev erhielt den „Tapferkeitsorden“ erster Klasse, und Imanov die Medaille „Für das Vaterland“.
Die Botschaft blieb über ein Jahr geschlossen. Nach bilateralen Gesprächen wurde sie am 15. Juli 2024 an einem neuen Standort wiedereröffnet, und das diplomatische Personal nahm seine Arbeit in Teheran wieder auf.
Der Angreifer Huseynzade wurde nach einem zweijährigen Prozess zum Tode verurteilt. Der Oberste Gerichtshof Irans bestätigte das Urteil, und laut Justizministerium wurde er am 21. Mai 2025 durch den Strang hingerichtet.
Die Auswirkungen auf den Tourismus zeigen, wie der Angriff weit über die Diplomatie hinaus hallte und direkt die zwischenmenschlichen Beziehungen traf. Vor dem Vorfall zählten aserbaidschanische Touristen zu den häufigsten Besuchern Irans und trugen zum Gastgewerbe und Einzelhandel bei.
Vorerst räumen iranische Beamte ein, dass der Schaden nicht leicht rückgängig zu machen ist. Ob die Wiedereröffnung der Botschaft Vertrauen — und Reisebewegungen — wiederherstellen kann, bleibt fraglich.
