Der Iran führt eine Währungsreform durch und streicht vier Nullen von seiner nationalen Währung, dem Rial, um Finanztransaktionen zu vereinfachen und die Druckkosten zu senken. Das berichtete RIA Novosti unter Berufung auf Farid Mousavi, Mitglied des Wirtschaftsausschusses des iranischen Parlaments.
Mousavi betonte, dass die Reform „nichts mit Inflation oder dem Wechselkurs des Rials zu tun“ habe, sondern eine technische Maßnahme sei, die darauf abziele, den Bargeldumlauf und die Buchhaltung unter anhaltender Inflation zu erleichtern.
„Unser Ziel ist es, Finanzvorgänge zu vereinfachen und die Kosten für den Banknotendruck zu senken“, erklärte er. „Durch die Inflation ist der reale Wert unserer Banknoten im Laufe der Jahre so stark gesunken, dass ein Neudruck notwendig wurde.“
Im Rahmen der Reform bleibt der Rial die nationale Währung des Iran, wird jedoch in 100 Qerans unterteilt – eine historische Untereinheit, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert verwendet wurde. Die Zentralbank des Iran muss den Übergang innerhalb von zwei Jahren einleiten; eine dreijährige Übergangsphase erlaubt die gleichzeitige Nutzung alter und neuer Banknoten.
Der Schritt sei größtenteils symbolisch und psychologisch, bemerkte Mousavi, und fügte hinzu, dass die Bevölkerung die Veränderung schrittweise spüren werde, sobald die neuen Banknoten in Umlauf kommen.
Obwohl die Umbenennung voraussichtlich keine Auswirkungen auf Inflation oder Kaufkraft haben wird, glauben die Behörden, dass sie das Finanzsystem stabilisieren, die Buchhaltung vereinfachen und das Vertrauen in die Landeswährung stärken wird.
Interessanterweise verwendeten Iraner schon vor der Reform umgangssprachlich den Begriff „Toman“ – die Währung vor 1979 –, um Nullen wegzulassen und Preise einfacher anzugeben, was der jetzigen offiziellen Anpassung vorgreift.
