Armenien werde keine Schritte gegen die Interessen der Islamischen Republik Iran unternehmen, und die fünf zentralen Prinzipien Teherans seien im Entwurf des Friedensabkommens zwischen Baku und Eriwan berücksichtigt worden, so Mehdi Sobhani, Irans Botschafter in Armenien.
In einem Interview mit ISKA News erklärte Sobhani, dass diese Prinzipien die Achtung der nationalen Souveränität, die Wahrung der territorialen Integrität, die Gerichtsbarkeit, die Gegenseitigkeit und die Unverletzlichkeit der Grenzen umfassen. Er betonte, dass diese Punkte in den in Washington zwischen Armenien und Aserbaidschan erörterten 17-Punkte-Friedensrahmen aufgenommen worden seien. In Teheran und Eriwan waren Bedenken über die sogenannte „Trump-Friedensstraße“ aufgekommen, die die Schaffung einer Transportverbindung zwischen Aserbaidschan und Nachitschewan über Armenien vorsah. Iranische Analysten befürchteten, dass dies Irans direkten Zugang zu Armenien und zum Nordkaukasus verringern und den US-Einfluss an seinen Grenzen verstärken könnte.
Sobhani widersprach diesen Sorgen und stellte klar, dass das Abkommen lediglich die Öffnung von Transportrouten vorsehe, nicht jedoch die Einrichtung eines Korridors. Er verglich die Regelung mit dem Flughafen Eriwan, wo der Staat Souveränität, Passkontrolle und Zoll aufrechterhält, während das Management an einen Betreiber delegiert wird. „Das ist Betrieb, nicht Eigentum“, sagte er.
Der Botschafter betonte, dass Eriwan versprochen habe, nicht gegen Teherans Interessen zu handeln, und bezeichnete die iranisch-armenische Grenze als „Grenze der Hoffnung“ und Symbol guter Nachbarschaft. Während des Besuchs des iranischen Präsidenten in Eriwan — dem ersten seit fast einem Jahrzehnt — wurden 12 Kooperationsabkommen in Bereichen von Handel und Investitionen bis hin zu Pharmazeutik und Verkehr unterzeichnet.
Sobhani erklärte, dass beide Seiten nun ein langfristiges strategisches Abkommen vorbereiteten. „Angesichts der erzielten Vereinbarungen wird die Zukunft der Beziehungen zwischen beiden Ländern sehr vielversprechend sein“, betonte er.
