Aserbaidschan eröffnete heute sein Zweites Nationales Wettbewerbsforum und brachte Abgeordnete, hochrangige Beamte, Wirtschaftsverbände und Vertreter des Privatsektors zusammen, um über die Rolle des Wettbewerbs in der wirtschaftlichen Zukunft des Landes zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde vom Staatlichen Dienst für Antimonopol und Verbrauchermarktkontrolle unter dem Präsidenten von Aserbaidschan organisiert.
Hauptreden hielten Wirtschaftsminister Mikayil Jabbarov, der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Wirtschaftspolitik, Industrie und Unternehmertum Azer Amiraslanov, der Präsident der Nationalen Unternehmerkonföderation Mammad Musayev sowie der Leiter der Behörde Elnur Baghirov.
Jabbarov stellte das Forum als eine strategische Dialogplattform dar, um Wettbewerbspolitik, natürliche Monopole und die Reformen zu erörtern, die das wirtschaftliche Umfeld Aserbaidschans unter Präsident Ilham Aliyev geprägt haben. Er verband diese Reformen mit der US-Friedensagenda vom 8. August, die seiner Meinung nach die regionale Integration und Investitionsbereitschaft weiter fördere. „Die Stärkung der regionalen Integration wird den Nicht-Öl-Sektor Aserbaidschans diversifizieren und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit festigen“, sagte Jabbarov.
Er verwies auf ein anhaltendes Nicht-Öl-Wachstum von durchschnittlich 6,7 % jährlich zwischen 2021 und 2024, wobei der Anteil des Sektors an der Wirtschaft auf 68 % gestiegen sei und bis Jahresende 70 % erreichen werde. Die Nicht-Öl-Exporte haben sich in sechs Jahren nahezu verdoppelt, während die Investitionen des Privatsektors in den ersten acht Monaten 2025 um 15 % auf insgesamt 8,2 Milliarden Manat stiegen. Der Zustrom ausländischen Kapitals in Sachanlagen stieg im Jahresvergleich um 36 %.
Jabbarov betonte, dass der Privatsektor nun 81 % der wirtschaftlichen Aktivität ausmacht, wobei das inklusive Unternehmertum—insbesondere unter Frauen—an Dynamik gewinnt. Die Zahl der Unternehmerinnen stieg im ersten Halbjahr 2025 um 7 % auf rund 333.000.
In Bezug auf Regulierung warnte er vor systemischen Risiken, wenn Branchenorganisationen sowohl als Regulierer als auch als Marktteilnehmer auftreten. Er unterstrich die Bedeutung einer transparenten Aufsicht über natürliche Monopole und merkte an, dass diese nicht von Natur aus negativ seien, aber ordnungsgemäß verwaltet werden müssten, um Verbraucherinteressen und Gemeinwohl in Einklang zu bringen.
„Gesunder Wettbewerb erfordert mehr als einen großen Akteur. Unser Ziel ist es, die Entstehung neuer Produkte und Dienstleistungen zu fördern, die heute auf dem Markt fehlen“, sagte der Minister.
Das Forum unterstrich Aserbaidschans Bestreben nach wirtschaftlicher Diversifizierung, Reformen der Unternehmensführung und der Anziehung ausländischer Investitionen als Eckpfeiler seiner Wettbewerbsagenda.
