Regierungen im postsowjetischen Raum führen Kinder-SIM-Karten ein, um das Internet für Minderjährige sicherer zu machen. Im Unterschied zu normalen SIM-Karten sperren diese den Zugang zu sozialen Medien und ermöglichen Eltern, den Standort ihrer Kinder in Echtzeit zu verfolgen. Kasachstan testete die Idee Anfang dieses Jahres, und das russische Ministerium für digitale Entwicklung schlug kürzlich verpflichtende Kinder-SIMs für unter 14-Jährige vor.
Dem IT-Experten Elvin Abbasov zufolge könnte Aserbaidschan das Modell sowohl technisch als auch rechtlich übernehmen. Ziel sei es, „Eltern echte Kontrolle über das digitale Verhalten ihrer Kinder zu geben, sie vor schädlichen Inhalten zu schützen und die Sicherheit durch Standortverfolgung zu erhöhen“.
Dazu müsste Aserbaidschan sein Gesetz zum Schutz von Kindern vor schädlichen Informationen ändern, die elterliche Zustimmung verpflichtend machen, rechtliche Grundlagen für altersbasierte Filter schaffen und die Mobilfunkanbieter zur Implementierung der Technologie verpflichten. Abbasov weist darauf hin, dass lokale Systeme zur Verwaltung mobiler Daten bereits Elternkontrollen, Inhaltsfilter und Echtzeit-Tracking enthalten.
Azercell Telekom bestätigte gegenüber Minval, dass es derzeit keinen solchen Dienst anbietet, erklärte aber, bei wachsender Nachfrage sichere SIM-Karten oder ähnliche kinderorientierte Dienste in Erwägung ziehen zu können.
