Lebensmittelpreise in Aserbaidschan steigen – Meinung eines Abgeordneten

Date:

In den letzten Monaten sehen sich die Menschen in Aserbaidschan mit einer besorgniserregenden Entwicklung konfrontiert: Die Lebensmittelpreise steigen stetig – sowohl in Geschäften als auch auf Märkten.

„Der Preisanstieg trifft die Haushaltskassen spürbar. Früher kostete der Grundbedarf etwa 200 Manat, heute muss man für dasselbe rund 300 bis 350 Manat zahlen – ein Anstieg von etwa 20 bis 25 %“, berichtet ein Einwohner von Baku.

Umfragen zeigen, dass Fleischprodukte am deutlichsten teurer geworden sind.

„Die Fleischpreise sind um 10 bis 20 % gestiegen. Der Preisanstieg betrifft praktisch alle Produkte“, sagt ein weiterer Befragter.

Besondere Sorge bereitet die Situation bei Obst und Gemüse – traditionell erschwinglichen Produkten, die das Herz der aserbaidschanischen Küche bilden.

„Tomaten und Gurken, die vor Kurzem noch 1–2 Manat kosteten, werden jetzt für 3,5–4 Manat verkauft. Das ist ein schneller Anstieg bei Alltagsprodukten“, erklärt ein weiterer Konsument.

Der Abgeordnete und Mitglied des Ausschusses für Wirtschaftspolitik, Industrie und Unternehmertum, Aydin Guseynov, sieht die Preissteigerungen als Folge globaler und regionaler Faktoren.

„In erster Linie beobachten wir die Auswirkungen des Klimawandels, der sich negativ auf die Ernteerträge ausgewirkt hat. Zudem sind die Logistikkosten und Energiepreise erheblich gestiegen. Nicht zu vergessen ist der Einfluss der Inflation in den Partnerländern Aserbaidschans, insbesondere jener, aus denen wir Lebensmittel importieren“, erklärt er.

Ein besonders bemerkenswerter Aspekt der aktuellen Lage ist ein paradoxes Phänomen: Aserbaidschanische Produkte sind oft teurer als importierte.

Der Ökonom Eldaniz Amirov liefert eine plausible Erklärung: „Das Paradoxon besteht darin, dass für die Herstellung sogenannter lokaler Produkte viele Rohstoffe und Komponenten importiert werden müssen. Aserbaidschanische Produzenten sind auf ausländische Lieferungen von Saatgut, Düngemitteln, Pestiziden, Technologien und anderen wichtigen Produktionsfaktoren angewiesen. Importierte Produkte hingegen stammen aus Ländern mit eigenen Rohstoffen, besser entwickelter Agrarindustrie und Skaleneffekten. Dadurch können ausländische Hersteller trotz Transportkosten wettbewerbsfähige Preise halten“, so der Experte.

Teilen

spot_imgspot_img

Beliebte

Eher So
Related

Aserbaidschans Karteninhaber verlieren in sechs Monaten 800.000 Manat durch Online-Betrug

Die Zentralbank Aserbaidschans (CBA) hat neue Daten veröffentlicht, wonach...

Estland eröffnet Botschaft in Aserbaidschan

Estland wird eine Botschaft in Aserbaidschan eröffnen – ein...

Aserbaidschan und die Türkei erörterten die Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit

Bei einem Treffen im Wirtschaftsministerium Aserbaidschans mit einer türkischen...

Aserbaidschan verlängert Steuervergünstigungen für den Import und Verkauf von Elektrofahrzeugen

Im Zuge der Vorbereitung auf die Verabschiedung des Staatshaushalts...

US-Finanzministerium verhängt Sanktionen gegen „Rosneft“ und „Lukoil“

Das US-Finanzministerium hat zusätzliche Sanktionen gegen Russland verhängt. Betroffen...

Mädchen oder Bräute? Die versteckten Kosten früher Ehen in Aserbaidschan

Die zunehmende Zahl früher Ehen in Aserbaidschan hat erneut...

Vom Blockadezustand zu Brücken: Freier Transit als Zeichen Echtes Friedens Zwischen Baku und Eriwan

Aserbaidschans Entscheidung, alle Beschränkungen für den Warentransit nach Armenien...

Baku Öffnet den Korridor, Eriwan Reagiert – „Der Frieden Beginnt mit einem Zug“, sagt Musabekov

Der aserbaidschanische Abgeordnete und Politikanalyst Rasim Musabekov erklärte, Bakus...

Aserbaidschan hebt die Armutsgrenze im nächsten Jahr auf 300 Manat an

Aserbaidschan plant, im kommenden Jahr das Existenzminimum und die...

Ungarn und Aserbaidschan bereiten sich auf die nächste Sitzung des Strategischen Dialogs vor

Ungarn bereitet sich auf die nächste Sitzung seines Strategischen...

Aserbaidschan und Georgien bekräftigen ihre Rolle als eurasische Brücke

Bei der Eröffnung des 5. Tbilisi Silk Road Forums...

In Aserbaidschan haben 169 Frauen eine Taxilizenz erhalten

Bis heute haben sich 169 Frauen, die als Taxifahrerinnen...

Silk Way Group und dnata gründen Joint Venture für Luftfahrt-Servicezentrum in Aserbaidschan

Die in Aserbaidschan ansässige führende private Luftfahrt- und Logistikfirma...

Vertreter Armeniens und Aserbaidschans trafen sich zu einem Runden Tisch in Jerewan

In Jerewan fand ein bilateraler Runder Tisch mit Vertretern...

Gemeinsames Projekt von Aserbaidschan und Kasachstan soll Transportkosten auf dem Kaspischen Meer halbieren

Aserbaidschan und Kasachstan werden ein gemeinsames Unternehmen gründen, um...