In Aserbaidschan schließen immer mehr junge Paare Eheverträge ab. Die Dokumente regeln Eigentum, finanzielle Pflichten, Kinderbetreuung und sogar die Verteilung von Schulden im Falle einer Scheidung.
Die Meinungen dazu gehen auseinander. Einige sehen darin eine sinnvolle Vorsorge:
„Ein Vertrag sollte abgeschlossen werden, wenn beide einverstanden sind.“
Andere halten nichts davon:
„Wo Liebe ist, spielt Besitz keine Rolle.“
Eine pragmatischere Sichtweise lautet: wenn Paare überhaupt darüber nachdenken, haben sie ihre Gründe.
Laut Anwalt Anar Ramazanov ist das Ziel vor allem, langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden und die Interessen beider Seiten zu schützen.
Der Vertrag kann vor oder während der Ehe geschlossen werden. Er kann etwa festlegen, dass vor der Ehe erworbene Güter gemeinsames Eigentum werden oder dass Käufe während der Ehe individuell bleiben. Auch ungleiche Verteilungen sind möglich – zum Beispiel 3 zu 1 statt 50/50.
Der Anwalt betont: Ein Ehevertrag ist ein Instrument für Fairness und Schutz. Zugleich kann er jedoch Misstrauen hervorrufen, wenn einer der Partner ihn als Zeichen mangelnder Sicherheit in der Beziehung deutet.
