Mehr Westen im Kaukasus — Größere Chancen auf Frieden zwischen Baku und Eriwan

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Der Washingtoner Gipfel zwischen dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew, dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan und US-Präsident Donald Trump wurde in Baku als historischer Wendepunkt sowohl in den Beziehungen zwischen den USA und Aserbaidschan als auch im Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan gefeiert. Die Gespräche führten zu mehreren wichtigen Dokumenten, darunter eine Absichtserklärung zum Abschluss eines umfassenden Friedensvertrags und ein Abkommen über den Beginn „strategischer Beziehungen“ zwischen Baku und Washington.

Aus Sicht Eriwans markierte das Treffen „einen bedeutenden Schritt in Richtung langfristigen und umfassenden Friedens“, so Areg Kochinyan, Leiter des armenischen Zentrums für Sicherheitspolitische Studien. Gegenüber Vesti.Az erklärte er, dass mehrere lange blockierte Fragen vorangekommen seien, und verwies auf das sogenannte „Trump Road“-Projekt — ein US-armenisches Konsortium, das ein Netzwerk von Transport- und Energieinfrastruktur, darunter Eisenbahnen, Autobahnen, Gaspipelines und Stromleitungen, betreiben wird.

Kochinyan betonte, dass die Vereinbarungen das Prinzip der Gegenseitigkeit festschreiben, einschließlich „ungehinderter Verbindung zwischen dem aserbaidschanischen Festland und Nachitschewan durch armenisches Territorium, mit beiderseitigem Nutzen für Armeniens inländische und internationale Verkehrswege“. Er fügte hinzu, dass das Abkommen das Kapitel politischer Rhetorik über „extraterritoriale Korridore“ in Armenien schließt und es durch einen Rahmen ersetzt, der die Wiedereröffnung der Transportverbindungen zwischen den beiden Nachbarn unter armenischer Souveränität und Gerichtsbarkeit vorsieht.

Zur strategischen Partnerschaft USA–Aserbaidschan sagte Kochinyan, dass gemeinsame westliche Partner helfen könnten, die Beziehungen zu stabilisieren:
„Je mehr gemeinsame Partner Armenien und Aserbaidschan haben — vor allem westliche, die den russischen Einfluss ausbalancieren — desto größer sind die Chancen auf einen dauerhaften Frieden.“

Ein separates Sicherheitskooperationsabkommen zwischen den USA und Armenien wurde ebenfalls unterzeichnet. Kochinyan warnte davor, Washington als neuen Garanten für Armeniens Sicherheit oder territoriale Integrität zu sehen, räumte jedoch ein, dass die Rolle der USA in Armeniens Sicherheitsarchitektur „deutlich gestärkt“ sei.

Wie zu erwarten, betrachten Moskau und Teheran die wachsende US-Präsenz im Südkaukasus mit Skepsis. Irans Reaktion fiel bislang zurückhaltend aus und erinnerte an die Bedenken, die während der EU-Beobachtermission in Armenien 2023–2024 geäußert wurden — Bedenken, die Eriwan letztlich zerstreute. Russlands Haltung sei hingegen weniger zweideutig:
„Wenn Armenien und Aserbaidschan sich auf Frieden und staatliche Unabhängigkeit zubewegen, wird Russland dies behindern. Beide Länder müssen lernen, mit ihrem ehemaligen imperialen Zentrum zu koexistieren, während sie ihre eigenen Staaten aufbauen und friedliche Beziehungen zu den Nachbarn entwickeln.“

Trotz der Fortschritte betonte Alijew, dass ein Friedensvertrag davon abhängt, ob Armenien seine Verfassung ändert, die derzeit territoriale Ansprüche gegen Aserbaidschan enthält. Nach dem Gipfel erklärte er: „Je früher das passiert, desto schneller werden wir den Friedensvertrag unterzeichnen.“

Kochinyan bezeichnete die Verfassungsfrage als innere Angelegenheit Armeniens und wies darauf hin, dass bereits über eine neue Verfassung statt über Änderungen diskutiert werde, mit einer möglichen Verabschiedung 2026 oder 2027. Er empfahl, den öffentlichen Druck aus Baku zu diesem Thema zu minimieren:
„Je weniger Baku dieses Thema öffentlich anspricht, desto besser für den Verhandlungsprozess — und für Armenien, Aserbaidschan und die gesamte Region.“

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