Der Beginn des akademischen Jahres hat einen starken Anstieg auf dem Mietmarkt in Baku ausgelöst: Die Wohnungspreise stiegen im Vergleich zu den Sommermonaten um 25–30 %.
Laut dem Immobilienexperten Elnur Azadov, zitiert von KhazarTV, spielt die Lage eine entscheidende Rolle. Gebiete in der Nähe von Universitäten und mit guter Verkehrsanbindung verzeichneten die stärksten Anstiege. „Die gefragtesten Wohnungen befinden sich in der Nähe der Metrostationen Elmler Akademiyasi und Insaatcilar. Ebenfalls beliebt sind die Gegenden um Icherisheher, Sahil und 28 May. Derzeit kostet eine Ein-Zimmer-Wohnung in diesen Vierteln mindestens 500–550 Manat, eine Zwei-Zimmer-Wohnung 700–800, und Dreizimmerwohnungen beginnen bei 800“, sagte Azadov.
Das Stadtviertel White City, ein Vorzeigeprojekt der Stadterneuerung, ist nach dem Zentrum zum zweitbeliebtesten Gebiet geworden. Dort beginnen die Ein-Zimmer-Wohnungen inzwischen bei 700–800 Manat. Weiter außerhalb sinken die Preise, wo die Mieten durchschnittlich bei etwa 300 Manat liegen.
Druck auf Studentenwohnheime
Mit steigenden Mieten wenden sich viele Studenten den Universitätswohnheimen zu, die weitaus erschwinglicher, jedoch stark kapazitätsbeschränkt sind.
Die Staatliche Universität Baku betreibt ein modernes fünfstöckiges Wohnheim mit 220 Plätzen für 75 Manat pro Monat. Es verfügt über eine Waschküche, Internet, einen Lesesaal, Sportanlagen und eine medizinische Abteilung. Vorrang haben jedoch Kinder von Märtyrern, Veteranen, Waisen und schutzbedürftige Gruppen, sodass viele Studenten ohne Unterkunft bleiben.
Die Staatliche Pädagogische Universität Aserbaidschans verfügt über fünf Wohnheime, doch vier davon beherbergen noch 443 vertriebene Familien (1.603 Personen). Nur ein Wohnheim mit 200 Plätzen steht Studenten zur Verfügung, für 85 Manat im Monat.
Die Preise variieren je nach Institution: Aserbaidschanische Sprachuniversität (30 Manat), Staatliche Öl- und Industrieuniversität (34), Medizinische Universität (60–80), Ingenieuruniversität Baku (100) und Khazar-Universität (120–140).
Ministeriumsangaben
Nach Angaben des Ministeriums für Wissenschaft und Bildung umfasst das Hochschulsystem Aserbaidschans 48 Wohnheimsgebäude, von denen nur 15 (3.859 Betten) voll funktionsfähig sind. Elf müssen grundlegend saniert werden, während 27 noch von ehemaligen Binnenvertriebenen bewohnt sind. Das Ministerium erklärt, dass diese im Rahmen des „Großen Rückkehr“-Programms schrittweise an Studenten zurückgegeben werden.
Im Gegensatz dazu gibt es an Regionaluniversitäten weniger Engpässe, da die meisten Wohnheime normal funktionieren.
