In Aserbaidschan ist Nachhilfe längst keine Zusatzoption mehr, sondern fast ein fester Bestandteil des Bildungssystems. Eltern, die ihren Kindern Vorteile beim Zugang zu renommierten Universitäten verschaffen wollen, greifen zunehmend auf Privatlehrer zurück – trotz wachsender Belastung des Familienbudgets.
“Früher kosteten manche Fächer 50 Manat, andere 120. Jetzt sind es schon 150. Ich habe gar nicht nachgerechnet, aber die monatlichen Ausgaben sind enorm”, erzählt eine Mutter.
Ein weiterer Angehöriger ergänzt: “Mein Enkel besucht Vorbereitungskurse. Pro Monat kommen wir auf 300–400 Manat.”
Laut Studien des Bildungsmarkts hängen die Nachhilfepreise vor allem von der Qualifikation des Lehrers, dem Ansehen des Fachs und dem Standort ab. In Baku liegen die Preise am höchsten: 50 bis 200 Manat pro Fach und Monat – ein erheblicher Teil des Budgets für eine Durchschnittsfamilie.
“Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg zu beobachten. Angesichts allgemeiner Preissteigerungen ist auch das nachvollziehbar. Ein Lehrer, der früher 100 Manat verlangte, nimmt jetzt 110–130”, so Bildungsexperten.
Die Preisunterschiede in den Regionen sind deutlich. In Tovuz beginnen Nachhilfestunden bei 15–20 Manat – fast dreimal günstiger als in der Hauptstadt.
In Ismayilli berichtet ein Schüler: “Seit der 9. Klasse habe ich Privatunterricht. Drei Fächer: Aserbaidschanisch, Englisch und Mathematik. Pro Fach zahlt meine Familie 30 Manat im Monat.”
Ein anderer Schüler fügt hinzu: “Ich habe fünf Fächer. Insgesamt sind das 180 Manat.”
In Zaqatala liegen die Preise über dem Durchschnitt. Eine Mutter schildert: “Mein Kind lernt bei vier Privatlehrern. Pro Fach zahlen wir 40–50 Manat. Zuerst habe ich ihn zu Kursen geschickt, aber die brachten nichts. Deshalb habe ich Privatlehrer engagiert.”
Im Landesdurchschnitt sind die Preise für Nachhilfe 2025 um 10–20 % höher als 2024.
