Der Leiter der aserbaidschanischen Landverkehrsbehörde, Anar Rzayev, erklärte, dass Mängel im Busnetz der Hauptstadt und ein Zustrom privater Autos im Zentrum der wachsenden Staukrise in Baku stehen.
Busflotte zu klein, zu alt
Auf einer Pressekonferenz erklärte Rzayev, dass derzeit 27 Busunternehmen in Baku mit einer kombinierten Flotte von 2.300 Fahrzeugen tätig sind, berichtet Caliber.Az. Die fünf größten Betreiber besitzen 58 % der Flotte, das Durchschnittsalter der Busse liegt bei sieben Jahren. Bei den kleineren Unternehmen beträgt das Durchschnittsalter 12 Jahre. Insgesamt benötige die Stadt mindestens 2.800 Busse, um die Nachfrage zu decken, so Rzayev. Derzeit haben 17 % der Einwohner Bakus noch immer nur eingeschränkten Zugang zu Busdiensten.
„Der Rückgang der Fahrgastzahlen untergräbt das Vertrauen in das System“, erklärte Rzayev. „Infolgedessen greifen die Fahrgäste auf Taxis und Privatautos zurück.“
300.000 Autos täglich
Dieser Wandel belastet die Straßen Bakus. Mehr als 300.000 Autos fahren täglich in die Hauptstadt, wie Rzayev enthüllte. Davon kommen 100.000 aus Khirdalan und Sumgait und weitere 200.000 aus den Vororten Bakus.
Der Anstieg der Fahrzeuge führt nicht nur zu Staus, sondern verlangsamt auch den öffentlichen Verkehr, blockiert Spuren für Mikromobilität, verschlechtert die Luftqualität und erhöht den Lärmpegel.
Internationale Lösungen
Rzayev verwies auf internationale Praktiken wie City-Maut – kostenpflichtige Verkehrszonen in Großstädten – als mögliche Werkzeuge, um die Zahl der Autos, die ins Zentrum Bakus fahren, zu reduzieren.
