In den letzten Monaten wurden in Aserbaidschan Preissenkungen von bis zu 10 % für verschiedene Arzneimittel festgestellt. Dies löste unterschiedliche Reaktionen aus: Einige Verbraucher vermuten, dass die rabattierten Medikamente von minderer Qualität sind oder ein baldiges Ablaufdatum haben, andere halten dies für eine übliche Marketingstrategie.
Um die Lage zu klären, führte Bizim.Media eine Umfrage in Bakuer Apotheken durch. Die Apotheker erklärten, dass die Rabatte meist auf Arzneien gewährt werden, deren Höchstpreise vom Tarifausschuss festgelegt wurden.
Der Vorsitzende der Vereinigung freier Verbraucher, Eyub Huseynov, kommentierte die Situation und wies auf die außergewöhnlich hohe Zahl an Apotheken im Land hin.
„In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Apotheken wie bei uns. In manchen Ländern, etwa in der Türkei, bleiben sie am Wochenende wegen geringer Nachfrage geschlossen. Bei uns sind sie rund um die Uhr geöffnet – und trotzdem bleiben die Preise hoch. Zum Beispiel kostet das Diabetes-Medikament Galvus Met in Aserbaidschan 75 Manat, in Spanien etwa 35 Manat und in der Türkei nur 15 Manat,“ sagte er.
Huseynov betonte, dass einige Apotheken Preise senken, um den Umsatz zu steigern, aber trotz der Rabatte die Medikamentenpreise in Aserbaidschan weiterhin hoch seien.
