Die Geschichte eines 14-jährigen Jungen in Baku hat große Bestürzung in Aserbaidschan ausgelöst. Der Jugendliche, der beide Eltern verloren hatte, wurde über Jahre hinweg von seiner Tante, die als Vormund eingesetzt war, systematisch körperlich und psychisch misshandelt.
Wie es begann
2019 wurde die Mutter des Jungen, Farida Mamedova, von ihrem Ehemann vor den Augen der Kinder ermordet. Der Vater starb später im Gefängnis. Nach der Tragödie übernahm die Tante, Gunay Novruzova, die Vormundschaft.
Jahrelang keine Beschwerden
Nach Angaben der Exekutivbehörde des Bezirks Sabunchi gab es in den vergangenen Jahren keine Beschwerden gegen Novruzova. Doch am 1. September 2023 wurde bekannt, dass der Junge misshandelt wurde. Vertreter der Kinderschutzkommission und die Polizei besuchten die Familie und stellten fest, dass sich der Jugendliche mit seiner Vormundin in Lankaran befand. Beide wurden nach Baku gebracht.
Aussage des Kindes
Der Jugendliche wandte sich selbst an Nachbarn und sagte:
„Sie schlägt mich, kratzt mich. Sie schlägt mit einem Stock auf meine Hände. Nach einem Nervenzusammenbruch verwandelt sie sich in einen anderen Menschen. Ich habe keinen anderen Ort, wohin ich gehen kann. Ich warte auf meinen Bruder. Wenn er sagt, dass er sich um mich kümmern kann, bleibe ich bei ihm, wenn nicht, gehe ich ins Kinderheim.“
Nachbarn berichteten, dass der Junge in sehr schlechtem Zustand war: Er hatte zahlreiche Verletzungen, zerrissene Kleidung und besuchte die Schule nicht, weil er sich wegen seiner Wunden schämte. Sie waren die Ersten, die die Behörden informierten.
Welche Maßnahmen werden ergriffen?
Das Staatliche Komitee für Familien-, Frauen- und Kinderfragen teilte mit, dass eine forensische Untersuchung zur Feststellung der Verletzungen angeordnet wurde. Der Fall wird vom 13. Polizeirevier des Bezirks Sabunchi untersucht.
Zudem wird daran gearbeitet, die Vormundschaft aufzuheben und den Jugendlichen medizinisch zu versorgen.
