Nach Angaben von Vugar Orudj, Vorsitzender der Aserbaidschanischen Gesellschaft der Gutachter, zeigt der Wohnungsvermietungsmarkt in Aserbaidschan derzeit Preisstabilität – trotz hoher Nachfrage und anhaltendem Mangel an verfügbaren Wohnungen.
„Jedes Jahr beginnen nach der Bekanntgabe der Universitätszulassungen Tausende von Studenten aktiv nach Wohnraum in Baku zu suchen. Ende August und Anfang September erlebte der Mietmarkt einen starken Anstieg. Rasche Preiserhöhungen in Verbindung mit begrenztem Angebot verursachten große Besorgnis“, sagte Orudj gegenüber Trend.
Aktuelle Mietniveaus in Baku
Einzimmerwohnungen: 550–750 Manat, in zentralen Bezirken bis zu 1.000 Manat.
Zweizimmerwohnungen: durchschnittlich 800–900 Manat.
Neubauten vs. Altbauten: Eine Preisdifferenz von 20–25 % besteht weiterhin.
Die meisten Mieter – insbesondere Studenten und Berufstätige – bevorzugen möblierte, „bezugsfertige“ Wohnungen. Größere Wohnungen sind weniger gefragt, wobei jedes zusätzliche Zimmer 150–200 Manat zur Monatsmiete hinzufügt. Solche Einheiten werden typischerweise von großen Familien, ausländischen Investoren oder Unternehmensleitern gemietet.
Trotz der jüngsten Abkühlung der Preise nach dem Septemberanstieg bleibt der Mangel an erschwinglichen Ein- und Zweizimmerwohnungen eine Belastung für den Markt.
Regionaler Vergleich
Im deutlichen Gegensatz dazu bleiben die Mieten in Baku, Jerewan und Tiflis weitgehend vergleichbar und sind in vielen Fällen einkommensbereinigt sogar erschwinglicher:
Baku: Zentrale Einzimmerwohnungen kosten oft 300–600 $/Monat, abhängig von Bauqualität, Ausstattung und Lage.
Jerewan: Zentrale Einzimmerwohnungen werden typischerweise für 400–550 $/Monat vermietet, hochwertige Wohnungen liegen höher.
Tiflis: Zentrale Einzimmerwohnungen beginnen in der Regel bei 350–550 $/Monat, je nach Bezirk und Zustand.
Auch wenn die Preise in den südkaukasischen Hauptstädten auf dem Papier ähnlich erscheinen, weisen Analysten darauf hin, dass die Leistbarkeit vom Einkommen abhängt – und da die Gehälter in Baku hinter den steigenden Wohnkosten zurückbleiben, ist die Belastung für Mieter dort besonders groß.
