In den letzten Wochen haben steigende Mehlpreise sowohl Verbraucher als auch Brotproduzenten in Aserbaidschan beunruhigt. Globale Veränderungen auf dem Nahrungsmittelmarkt – insbesondere starke Schwankungen bei Weizenpreisen – beginnen, sich auf die lokale Wirtschaft auszuwirken.
Experten sagen, der Hauptgrund sei die zunehmende Spannung in der weltweiten Weizenversorgung. Der Krieg in der Ukraine, Exportbeschränkungen und logistische Engpässe in Russland und der Ukraine haben die internationalen Getreidepreise in die Höhe getrieben. Dadurch geraten importabhängige Länder, darunter Aserbaidschan, unter Druck.
Der Ökonom Natig Jafarli sagte gegenüber Bizim.Media, dass, wenn der Aufwärtstrend anhält, der Brotpreis auf dem Binnenmarkt direkt betroffen sein könnte.
„Der Anstieg der Mehlpreise hängt mit den gestiegenen globalen Weizenkosten zusammen. Russland ist teilweise vom Weltgetreidemarkt isoliert, während die Ukraine aufgrund des Krieges ihr Getreide nicht frei verkaufen kann. Das hat weltweit zu einem allgemeinen Preisanstieg geführt“, erklärte Jafarli.
Er bemerkte, dass sich die Auswirkungen schrittweise in der Region ausbreiten und in Aserbaidschan stärker spürbar sein könnten, falls die Weltmarktpreise hoch bleiben.
„Aserbaidschan kann nur etwa 24–25 Prozent seines Weizenbedarfs für die Brotproduktion decken. Der Rest wird importiert, daher wirkt sich jeder Anstieg der Weltmarktpreise zwangsläufig auf den lokalen Markt aus. Im Moment gibt es keinen starken Sprung, aber wenn dieser Trend anhält, könnten auch die Brotpreise steigen“, sagte er.
Produzenten beschreiben die Lage als „Abwarten-und-Beobachten-Phase.“ Sie betonen, dass sich die lokalen Preise stabilisieren könnten, wenn sich die internationalen Getreidemärkte beruhigen. Dennoch hat die starke Abhängigkeit Aserbaidschans von importiertem Weizen die Debatte über Ernährungssicherheit und inländische Getreideproduktion neu entfacht – Bereiche, die Experten weiterhin als Schwachstellen des Landes ansehen.
