Die Tschechische Republik erkennt die strategische Bedeutung des Mittleren Korridors als nachhaltige und verlässliche Route für den eurasischen Transit an.
Das erklärte der tschechische Verkehrsminister Martin Kupka in einem Interview mit Report.
„Unsere Priorität ist es, multimodale Verkehrslösungen zu unterstützen und an entsprechenden Projekten mitzuwirken – einschließlich der Zusammenarbeit mit Aserbaidschan und anderen regionalen Partnern“, sagte Kupka.
Der Minister erinnerte daran, dass tschechische Unternehmen bereits am Eisenbahnprojekt Baku–Tiflis–Kars beteiligt waren und weiterhin an einer künftigen Zusammenarbeit interessiert sind.
„Der Mittlere Korridor ist besonders wichtig, da er eine Route bietet, die Russland umgeht“, fügte er hinzu.
Kupka betonte, dass Tschechien Initiativen zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Logistikunternehmen und Hafeninfrastrukturen, einschließlich großer europäischer Knotenpunkte, begrüßt.
„Wir sehen Potenzial in der Entwicklung von Verbindungen mit dem Internationalen Seehafen Baku – insbesondere im Kontext des Mittleren Korridors und des Transits von Ostasien nach Europa. Darüber hinaus verfolgt die Tschechische Republik aufmerksam die Entwicklung der Freien Wirtschaftszone Alat und erkennt ihr Potenzial als regionales Logistik- und Investitionszentrum an. Kooperationsmöglichkeiten werden im Einklang mit unseren strategischen Interessen in den Bereichen Konnektivität und Innovation geprüft“, so der Minister.
Kupka erklärte weiter, dass das Projekt auch potenziellen Investoren in Tschechien vorgestellt werde, was deren Interesse an gegenseitig vorteilhaften Partnerschaften widerspiegle.
Der Minister betonte außerdem, dass Tschechien offen sei, Möglichkeiten der Zusammenarbeit beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Aserbaidschan im Rahmen internationaler Abkommen und bei beiderseitigem Interesse zu prüfen.
„Tschechische Verkehrs- und Bauunternehmen verfügen über eine lange Tradition internationaler Kooperation. Insgesamt begrüßt die Tschechische Republik die internationale Beteiligung an der Entwicklung ihrer Infrastruktur. Zwar sind aserbaidschanische Firmen derzeit an keinen großen Projekten beteiligt, aber wir sehen Potenzial für eine Ausweitung der Zusammenarbeit“, ergänzte Kupka.
