Aserbaidschan bereitet die Einführung privater Pensionsfonds vor, die parallel zum staatlichen System betrieben werden sollen und den Bürgern die Möglichkeit bieten, freiwillige Ersparnisse aufzubauen und im Ruhestand zusätzliches Einkommen zu erhalten.
Musa Guliyev, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit und Sozialpolitik im Milli Majlis, sagte gegenüber İTV, dass der gesetzliche Rahmen derzeit vom Ministerium für Arbeit und Sozialschutz ausgearbeitet und einer zwischenstaatlichen Prüfung unterzogen werde. Es wird erwartet, dass der Gesetzentwurf entweder in der kommenden Herbst- oder Frühjahrssitzung dem Parlament vorgelegt wird. Emil Aliyev, stellvertretender Abteilungsleiter im Ministerium, erklärte, dass internationale Experten im Rahmen einer von der EU finanzierten Vereinbarung beteiligt seien. Eine spezielle Arbeitsgruppe verfeinert das Projekt.
Anders als das staatliche Rentensystem sollen private Fonds die Ersparnisse durch Investitionen vermehren. Die Anlage der Gelder wird besonderen Vorschriften unterliegen, und es werden Einlagensicherungssysteme eingerichtet, die sich an den Praktiken entwickelter Volkswirtschaften orientieren.
Nach Ansicht des Ökonomen Khalid Kerimli könnten die Teilnehmer bei Renteneintritt zwischen Einmalzahlungen oder gestaffelten Auszahlungen wählen; zusätzlich gilt bei privaten Systemen das Erbrecht.
Analysten erwarten auch die Entwicklung von betrieblichen Rentenprogrammen, da Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte private Pensionsbeiträge in ihre Leistungspakete aufnehmen könnten.
Befürworter der Reform sagen, dass der Wandel es Rentnern ermöglichen wird, über die Abhängigkeit von staatlichen Renten hinauszugehen und den Lebensstandard durch Einkommen aus privaten Pensionsfonds zu verbessern.
