Ungarn bereitet sich auf die nächste Sitzung seines Strategischen Dialogs mit Aserbaidschan vor, die für Dezember geplant ist, so der ungarische Botschafter in Baku, Tamás Torma.
Der Diplomat sprach bei einem Empfang anlässlich des ungarischen Nationalfeiertags und des Jahrestags der Revolution von 1956.
Torma betonte, dass Ungarn seit den ersten Tagen der Unabhängigkeit Aserbaidschans dessen territoriale Integrität und Souveränität unterstützt, und erklärte, diese Haltung beruhe „nicht nur auf der Achtung des Völkerrechts, sondern auf aufrichtiger Freundschaft gegenüber der Souveränität Aserbaidschans“. Er erinnerte daran, dass ungarische Rechtsexperten bei der Gründung des Verfassungsgerichts Aserbaidschans geholfen haben, und wies darauf hin, dass Ungarn das erste Land war, das Hilfe beim Wiederaufbau Karabachs nach dem Krieg angeboten hat.
Ausbau der strategischen Partnerschaft
Der Botschafter hob hervor, dass sich die Beziehungen zwischen Baku und Budapest seit 2023 zu einer vertieften strategischen Partnerschaft entwickelt haben, gekennzeichnet durch gegenseitige Besuche der Staats- und Regierungschefs, ein Treffen der gemeinsamen Wirtschaftskommission in Budapest und ein Geschäftsforum mit Rekordbeteiligung.
„Heute sind beide Länder frei und unabhängig, und die Zusammenarbeit entwickelt sich auf allen Ebenen weiter. Politische Konsultationen haben bereits stattgefunden, und alle Voraussetzungen für eine weitere Vertiefung unserer Partnerschaft sind gegeben“, sagte Torma.
Politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit
Der stellvertretende Außenminister Aserbaidschans, Elnur Mammadov, bestätigte, dass die nächste Runde des Strategischen Dialogs zwischen den beiden Außenministerien für Dezember geplant ist, und fügte hinzu, dass sich „die Beziehungen zu Ungarn in allen Bereichen ausweiten“.
Er erklärte, dass Ungarn im vergangenen Jahr zum drittgrößten Investor in Aserbaidschan geworden ist und weiterhin ein wichtiger Partner im Energiesektor bleibt. Auch im Bildungsbereich wachse die Zusammenarbeit, so Mammadov: „Mehr als 1.500 aserbaidschanische Studierende studieren derzeit in Ungarn.“
Energie und grüne Transformation
Botschafter Torma verwies auch auf die wachsende Rolle Ungarns im Energiesektor Aserbaidschans und betonte, dass die ungarischen Energieunternehmen MOL und MVM Anteile an bedeutenden aserbaidschanischen Öl- und Gasfeldern besitzen.
„Durch diese Projekte können ungarische Unternehmen die globalen Energiemärkte nicht nur als Käufer, sondern auch als Verkäufer betreten“, sagte Torma und bezeichnete die Zusammenarbeit mit SOCAR als „strategischen Beitrag zur Energiesicherheit und Souveränität Ungarns“.
Er fügte hinzu, dass beide Seiten Gespräche über erneuerbare Energien führen, insbesondere über das Projekt des Grünen Energiekorridors und mögliche gemeinsame Investitionen.
Kulturelle und akademische Beziehungen
Torma betonte die Bedeutung der kulturellen und akademischen Verbindungen, wobei viele aserbaidschanische Studierende im Rahmen des Stipendium Hungaricum-Programms in Ungarn studieren. Gleichzeitig nehme die Zahl der ungarischen Studierenden, die an Kurzzeit-Austauschprogrammen in Aserbaidschan teilnehmen, stetig zu.
„Partnerschaften zwischen Universitäten und kulturelle Kooperationen entwickeln sich weiter – von Kunstausstellungen bis hin zu Filmprojekten“, sagte er und hob hervor, dass Ungarns aktive Beteiligung als Beobachter in der Organisation der Turkstaaten (OTS) den Dialog zwischen Ost und West stärkt.
