Immer mehr Schulabgänger in Aserbaidschan ziehen ein Studium im Ausland in Betracht, besonders wenn sie keinen Platz an einer lokalen Hochschule bekommen. Doch die größte Hürde ist häufig das Studentenvisum – und genau hier scheitern viele.
Fehlende Begleitung durch Agenturen
Bildungsexperte Ramin Nuraliev kritisiert, dass viele Agenturen lediglich die Bewerbung organisieren, aber den Visumsprozess nicht begleiten. So erhalten Jugendliche zwar die Zulassung, können das Land jedoch nicht verlassen. Familien zahlen hohe Summen und tragen im Falle einer Ablehnung den gesamten Verlust.
Finanzielle Hürden
Laut Experte Mazahir Mamedli spielt die finanzielle Situation der Familie die entscheidende Rolle, insbesondere für die USA und Kanada. Probleme entstehen auch bei der Visaverlängerung nach Ferienaufenthalten – etwa in Polen, Rumänien oder den baltischen Staaten. Online-Kurse bieten zwar einen Ausweg, doch in Aserbaidschan fehlt bis heute die rechtliche Anerkennung von Fernabschlüssen.
Politische Einflüsse
Auslandsexpertin Khalida Guseinova weist zudem auf die politische Lage hin: “Hunderte Studierende, offiziell an europäischen Universitäten eingeschrieben, erhalten derzeit kein Visum.” Parallel dazu gewinnt die Karabach-Universität an Beliebtheit als lokale Alternative mit günstigen Gebühren und Unterkünften.
Das Beispiel Farhad
Farhad Ibragimov wollte in den USA studieren. Seine Agentur leitete ihn an weniger renommierte Hochschulen weiter. Beim Visumantrag folgte die Ablehnung – die finanziellen Nachweise seines Vaters wurden als unzureichend bewertet. “Ich habe Geld und ein Jahr verloren und musste mich in Aserbaidschan für ein unpassendes Fach einschreiben”, berichtet er.
Empfehlungen der Experten
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Vertraglich festgehaltene Unterstützung beim Visumsverfahren,
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frühzeitige Vorbereitung der Finanzunterlagen,
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Prüfung realer Stipendienquoten,
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Überprüfung der Akkreditierung der Hochschule,
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Berücksichtigung, dass sogar Social-Media-Aktivitäten die Entscheidung beeinflussen können.
