Aserbaidschan hat seine Inflationsprognose für 2025 von 4,6 % auf 5,4 % angehoben und verwies auf teurere Importe und anhaltende logistische Probleme. Der im Juli veröffentlichte Pfad der Zentralbank hält das Preiswachstum zwar einstellig — 5,7 % im Jahr 2025, 5,3 % im Jahr 2026 —, liegt jedoch höher, als die Verantwortlichen noch vor wenigen Monaten gehofft hatten. Ökonomen verweisen in erster Linie auf importierte Inflation: Käufe außerhalb des US-Dollars verteuern sich, wenn der Dollar gegenüber dem Euro und anderen Währungen schwächelt, und der Frachtverkehr bleibt lückenhaft. Im Inland haben höhere Staatsausgaben sowie die diesjährigen Lohn-, Renten- und Sozialleistungsanhebungen die Nachfrage gestützt. Änderungen bei Tarifen spielen laut Abgeordneten eine geringere Rolle.
Am deutlichsten zeigt sich der Druck in den Küchen. Eine Nahrungsmittelinflation von über 7 % trifft Familien, die einen größeren Teil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. „Importierte Inflation ist der Hauptfaktor“, sagte Abgeordneter Vugar Bayramov und argumentierte, dass die Verringerung der Importabhängigkeit die einzige dauerhafte Lösung sei. Die Analysten Eyyub Kerimli und Khalid Kerimli ergänzen globale Angebotsbeschränkungen — von Exportverboten für Getreide und Fleisch bis hin zu kriegsbedingten Störungen — und weisen darauf hin, dass Anpassungen bei Versorgungsleistungen sowie die Dollarschwäche die Preise zusätzlich angetrieben haben.
Die politische Diskussion konzentriert sich nun auf eine stärkere inländische Versorgung — Landwirtschaft, Nicht-Öl-Produktion, Kühlketten und Lagerung — sowie gegebenenfalls gezielte Unterstützung für einkommensschwache Haushalte. Das Ziel ist bescheiden: die Inflation im nächsten Jahr im Bereich von 5–6 % zu halten und gleichzeitig die Anfälligkeit für externe Schocks schrittweise zu verringern.
