Von Energieschlägen bis zu Diaspora-Druck — Warum Baku auf Moskau reagieren muss

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Die anhaltenden Angriffe Russlands auf aserbaidschanische Energieinfrastruktur in der Ukraine drängen Baku dazu, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Moskau zurückzufahren, erklärte der aserbaidschanische Abgeordnete und Politikanalyst Rasim Musabekov.

Nach dem jüngsten Angriff auf ein SOCAR-Öllager in der Region Odessa sagte Musabekov gegenüber Minval Politika, dass das Verhalten des Kremls kaum Raum für Dialog lasse. Der Schlag — der zweite innerhalb von nur zehn Tagen — zerstörte über zehn Lagertanks und hat bereits eine Strafuntersuchung ausgelöst.

„Russland etwas zu erklären ist sinnlos“, so Musabekov. „Dasselbe Muster sahen wir beim abgeschossenen Passagierflugzeug: Moskau weigerte sich, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt versucht man, Aserbaidschan Mitschuld am Krieg gegen die Ukraine zu geben. Das wird nicht geschehen.“

Der Abgeordnete warf Moskau vor, gezielt Aserbaidschaner in Russland anzugreifen, indem Straftaten ethnisch geframed würden:
„Wenn es Kriminelle gibt, sollen sie bestraft werden. Aber wenn die Ethnie betont wird, ist klar, dass es sich um eine bewusste Politik handelt — und darauf muss reagiert werden.“

Beziehungen zu Russland reduzieren
Musabekov schlug vor, dass Aserbaidschan den Umfang seiner politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Moskau verringern solle:
„Russlands Verhalten drängt Aserbaidschan faktisch dazu, unsere Beziehungen zu reduzieren — das politische Dialogniveau zu senken und den Handels- und Wirtschaftsaustausch einzuschränken.“

Er erinnerte an mehrere Angebote russischer Unternehmen wie Lukoil, Gazprom und Rosneft und betonte, dass Baku diese angesichts der Feindseligkeit gegenüber SOCAR neu bewerten sollte.

Waffenlieferungen an die Ukraine
Der Abgeordnete forderte zudem, überschüssige sowjetische Waffen an die Ukraine zu liefern:
„Wenn Kiew Systeme verlangt, die wir nicht mehr benötigen, und eine angemessene Bezahlung erfolgt, sollten wir sie liefern — ohne auf Moskau zu achten.“

Er erinnerte daran, dass Russland während der Besatzung aserbaidschanischer Territorien Waffen im Wert von Milliarden Dollar an Armenien geliefert habe:
„Russland hatte keine Bedenken, Waffen im Wert von einer Milliarde Dollar über das Kaspische Meer und den Iran nach Armenien zu schicken. Wir sollten ebenso handeln und Moskau vor vollendete Tatsachen stellen.“

Stärkere internationale Haltung
Schließlich rief Musabekov Aserbaidschan dazu auf, die Neutralität in internationalen Foren aufzugeben und sich offen an die Seite der Ukraine und ihrer Partner zu stellen:
„Wenn wir uns früher bei Abstimmungen zur Verurteilung Russlands enthielten, müssen wir jetzt mit der Weltgemeinschaft stehen, die Ukraine unterstützen und Russlands inakzeptables Verhalten verurteilen. Moskaus Haltung gegenüber Aserbaidschan ist arrogant und feindlich — und muss angemessen beantwortet werden.“

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