Vitamine sind für Stoffwechsel, Immunsystem und allgemeine Gesundheit unentbehrlich. Doch unkontrollierte Einnahme kann mehr Schaden anrichten als nutzen. Zu diesem Thema sprach Media.Az mit Ärzten aus Aserbaidschan.
Therapeut Panah Panahov erklärt, dass nur bestimmte Bevölkerungsgruppen wirklich Ergänzungen benötigen. Häufige Defizite sind Vitamin D bei Menschen ohne Sonnenexposition, B12 bei Vegetariern und Senioren, Folsäure bei Frauen im gebärfähigen Alter, Eisen bei Frauen und Kindern, Kalzium bei Frauen in der Menopause und Jod in bestimmten Regionen.
Panahov warnt, dass Überdosierungen gravierender sein können als Mängel. Fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K lagern sich im Körper ab und können Leber, Knochen und Nieren schädigen. Selbst wasserlösliche Vitamine (C, B-Gruppe) verursachen in zu hoher Dosis Nierensteine, Magenprobleme oder Nervenschäden.
Die Allergologin Nigyar Gashimova weist gegenüber Media.Az darauf hin, dass auch Hilfsstoffe wie Farbstoffe, Gelatine oder Konservierungsmittel allergische Reaktionen auslösen können – von Hautausschlag bis hin zu Atemnot.
Endokrinologe Zaur Islamov ergänzt, dass Überdosierungen das Hormonsystem beeinflussen können. Vitamin D etwa erhöht den Kalziumspiegel im Blut und stört die Funktion der Nebenschilddrüsen, während ein Überschuss an Vitamin A die Schilddrüsenhormone beeinträchtigen kann.
Die Fachleute kommen zu einem klaren Schluss: Vitamine sollten nur auf ärztliche Anweisung eingenommen werden – nicht auf eigene Faust.
