Die lautesten Stimmen der russischen Medien—Propagandisten wie Sergey Mardan und Vladimir Solovyov—haben eine weitere Welle feindseliger Rhetorik gegen Aserbaidschan und seine Führung entfesselt. Hinter dem Lärm verbirgt sich eine tiefere Frage: Warum fällt es Russland so schwer, Aserbaidschans diplomatische und wirtschaftliche Erfolge zu verkraften?
Eine Erzählung der Frustration
Laut dem Politikanalysten Ilgar Velizade, der mit Oxu.Az sprach, sind diese Angriffe nicht überraschend. Seit Jahren vertreten bestimmte russische Kommentatoren eine strikt anti-aserbaidschanische Haltung, verbreiten Desinformation und verstärken Narrative, die mit armenischen Interessen übereinstimmen.
“Es geht nicht nur um Mardan und Solovyov,” erklärt Velizade. “Viele Persönlichkeiten innerhalb der russischen politischen Elite teilen diese Ansichten. Ihre Frustration wächst, je mehr Aserbaidschan seine Souveränität und seinen Einfluss stärkt.”
Das Kernproblem: Unabhängigkeit
Aserbaidschans Fähigkeit, eine unabhängige Außenpolitik zu verfolgen und strategische Siege zu erringen, stellt eine ideologische Bedrohung für das imperiale Denken Russlands dar. Für Moskau bleibt der Zusammenbruch der UdSSR eine “Katastrophe”. Für ehemalige Sowjetrepubliken wie Aserbaidschan war es eine historische Chance auf Freiheit und Staatsaufbau.
“Russland sieht den postsowjetischen Raum immer noch als seinen Hinterhof,” sagt Velizade. “Doch Länder wie Aserbaidschan lehnen dieses Narrativ ab.”
Verschiedene Welten, verschiedene Werte
Die Divergenz ist deutlich: Aserbaidschans moderne nationale Ideologie steht im Widerspruch zu Russlands neoimperialen Ambitionen. Deshalb machen kremlnahe Medien Aserbaidschans Erfolge zum Ziel von Verleumdungskampagnen.
Fazit: Wenn Moskau wirklich Stabilität will, sollte es aufhören einzugreifen und die Souveränität seiner Nachbarn respektieren. Bis dahin werden Figuren wie Mardan und Solovyov weiterhin von den Bildschirmen schreien—doch ihre Empörung unterstreicht nur, wie sehr sich das Machtgleichgewicht im Südkaukasus verschoben hat.
