In den letzten Monaten sind die Großhandelspreise für Mehl auf dem aserbaidschanischen Markt gestiegen. Nach Angaben des Staatlichen Dienstes für Wettbewerbsaufsicht und Verbraucherschutz beim Wirtschaftsministerium stieg der Preis für einen 50-Kilogramm-Sack Mehl im Oktober im Vergleich zu September um 30–60 Qepik.
Verbraucher spüren die Auswirkungen bereits.
„Brot kostet jetzt 40, 50 oder 60 Qepik. Doch das Gewicht stimmt nicht immer – manchmal ist es geringer, und die Qualität lässt zu wünschen übrig“, beschwert sich ein Käufer.
Ein anderer fügt hinzu: „Nach einem Tag schimmelt das Brot, also müssen wir jeden Morgen frisches kaufen.“
Der Wirtschaftsexperte Rashad Hasanov sieht keinen Anlass für einen starken Anstieg der globalen Weizen- und Mehlpreise. Im Gegenteil – dank höherer Produktion und günstiger klimatischer Bedingungen dürften die Preise weitgehend stabil bleiben. In den letzten drei Jahren sind die Preise für lokalen und importierten Weizen sogar gesunken. Seit Dezember 2024 haben sich die Importpreise um etwa 2–3 % erhöht, hauptsächlich wegen steigender Kosten für Treibstoff, Transport und Löhne.
„Kurzfristig gibt es keinen Grund, wegen der gestiegenen Mehlpreise mit einem deutlichen Preisanstieg bei Brot und Backwaren in Aserbaidschan zu rechnen“, betont Hasanov.
Die Prognosen seien stabil, erklärt er, auch wenn Inflation und steigende Produktionskosten gewisse Auswirkungen hätten. „Für das Standardbrot aus den Bäckereien erwarten wir keine gravierenden Preisänderungen. Andere Brotsorten und Mehlprodukte reagieren jedoch naturgemäß auf Marktschwankungen bei Mehl und Weizen.“
Der Vorsitzende des Verbands der Getreideproduzenten und -verarbeiter Aserbaidschans, Niyazi Amirbekov, wies darauf hin, dass Weizen als strategisches Produkt einer eingeschränkten Regulierung unterliegt. Preisschwankungen hängen direkt vom Marktgleichgewicht, von der Saison und von externen Faktoren ab.
„Da Aserbaidschan einen Teil seines Weizens importiert, wirken sich äußere Faktoren – insbesondere die Ernte- und Preisentwicklung in Russland – stärker auf die Preisdynamik aus. Unser Ziel ist es, die Preis- und Versorgungssicherheit von Brot und Mehlprodukten aufrechtzuerhalten“, erklärte Amirbekov.
Er fügte hinzu, dass in den kommenden Jahren der Selbstversorgungsgrad Aserbaidschans mit Weizen steigen soll, was den Einfluss externer Faktoren auf die Preisbildung verringern wird.
